Druckschrift 
1 (1828) Einfache Mittel
Entstehung
Seite
387
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

l^ii^loikium

387

wichts an Feuchtigkeit. Von 4 Grammen blieben nach dem Kochen mit vie-lem Waffer 3 Grammen unaufgelöst. Die wäßrige Auflösung zeigte Aevfel-säure und Kalkerde. 20 Gr. Euphorbium wurden wiederholt mit heißemAlkohol ausgezogen. Die concentrirten Tincturen trübten sich beim Erkalten,und nach 2 Tagen hatte sich ein gleichsam gallertartiger weißer körnigerStoff abgelagert, der 3,4 Gr. wog, und sich ganzlich wie Wachs verhielt.Nur hatte er eine leichte Scharfe behalten. Was der Alkohol unaufgelöstgelassen hatte, wurde nun mit Waffer ausgekocht, und so blieben endlich2,7 Holz und Dornenreiser zurück. Die wäßrige Auflösung bildete beimVerdunsten auf der Oberfläche eine Firnißhaut, und zuletzt blieb ein biüchigerStoff in glimmerartigen Blättern zurück, welcher sich als äpfelsaurer Kalkzeigte, und welchen Laudet für Eftractivstoff genommen hatte. Aus dergeistigen Tinctur stellte Braconnot das Harz dar, das eine röthlicheDurchsichtigkeit und außerordentliche Schärfe besaß, aber von der Schwcfel-und Salpetersäure vollkommen aufgelöst wurde. Dieser Analyse zufolge ent-halten 100 Th. Euphorbium: Wasser 5,0; Wachs 13,0; holzigen Stoff1Z,5; äpfelsauren Kalk 20,5; äpfelsaures Kali 2,0; Harz 37,0; Ver-lust 3,0.

Später hatte John (chem. Schriften II. S. 19.) in dem frischen Safteder Nußliurdill <^r>uri«5i»5 eine kautschukartige Substanz aufgefunden;dieses veranlaßt« Hrn. Mühlmann (Verl. Jahrb. 1818. S. 14!.), diesemBestandthcile auch in dem Euphorbium nachzuspüren, und er fand ihn wirk-lich. Nach seiner Analyse bestehen 500 Th. des ausgesuchten Euphorbiumsaus: gelblichem scharfem Harze 270; Wachs 70; Kautschuk 16; äpftl-faurem Kalke L6; äpfels. Kali 10; holzigem Rückstand Z0; Verlust 6.8. ^n 200.

Eine noch ausführlichere Analyse verdanken wir Hrn. Brandes(Buchn. Repert. VI. S. 145.). Bei der Behandlung mit Alkohol in derDigestionswärme zerging, schon ehe sie angewandt wurde, ein großer Lheildes Euphorbiums zu äußerst feinen zusammenhängenden weißlichen Flocken,und nach der Digestion hatte sich über dem körnigen Bodensatze ein feinerermehr flockiger abgelagert, der auf einem Filter besonders gesammelt wurde.Diese Ausscheidung von Flocken zeigte sich beim wiederholten Ausziehen mitabsolutem Alkohol auch dann noch, als dieser sich nicht mehr färbte. Beider Vereinigung der concentrirten und der weniger gefärbten Tincturen,um sie gemeinschaftlich der Destillation zu unterwerfen, fand eine Trübungstatt, die beim Kochen der Flüssigkeit sich anfanglich in Flocken auflöste undzuletzt verschwand, woraus man schon mit ziemlicher Sicherheit auf einenWüchsgehalt schließen konnte. Dieser wurde aus dem Rückstande der Destilla-tion durch kochenden Alkohol gewonnen, und auf seinen Gehalt <m Cerinund Myricin geprüft. Die gleich im Anfange aus dem Euphorbium ausge-schiedenen Flocken waren nicht, wie zu vermuthen stand, Wachs, sondernein Gemisch von äpfelsaurem Kalke mit einem geringen Antheile von schwefel-saurem Kalke und Kautschuk. Die dem in Weingeist aufgelösten Harze bei-

25 '

^ <