388
^u^lwrlnum
gemischten Substanzen wurden durch Wasser geschieden und durch Versuchegeprüft.
Der Rückstand des Euphorbiums von der Ausziehung durch Alkoholwurde nun noch mit Wasser und dann mit Aether ausgezogen.
Als Resultat dieser Analyse ergaben sich in 500 Gran auserlesenen Eu-phorbiums folgende Bcstandtheile: Euphorbiumharz 218^; Cerin 68^; My-ricin 6^; Kautschuk 24^.; Phyteumacolla (thierisch vegetabilische Materie) 1;Acpftlsäure mit äpfels. Kali, äpfels. Kalk und problematischen Spuren vonäpfelsaurer Bittererde, Ih; Aepfelsäure mit äpfels. Kali, äpfels. Kalk undSpuren von bcnzoiss. Kali, 8^; äpfels. Kalk, mit Spuren von schwefcls.Kalt, 68^; äpfels. Kalk 25^; schweftls. Kalk ^; schweftls. Kali 2'; phos-pyors. Kalk ^; (^i 122 Gran Salze); Wasser 27; holziger Rückstand 28.6. — 4L5^.
Von diesen Bestandtheilen ist nun das Euphorbiumharz der vorzüglich'charakteristische, welchem das Euphorbium seine ganze Wirksamkeit verdankt.In seinem reinen Zustande zeigte es sich dunkel röthlichbraun, in dünnemUeberzuge bräunlichgelb, durchsichtig, hatte einen etwas süßlichen Geruch, derGeschmack war anfangs nicht bemerklich ausgezeichnet, hernach aber stechend,die Speicheldrüsen reizend und außerordentlich brennend. Die Consistcnz desHarzes war trocken, spröde, doch leicht mit dem Nagel Eindrücke aufneh-mend; über der Lichtflamme schmolz es, und verkohlte sich dabei unter Aus-stoßung eines angenehmen Benzoegeruchs ohne beträchtliches Aufblähen; (solltedas Euphorbium bei der trocknen Destillation Benzoesäure sublimiren lassen?)in Aether, Alkohol, Terpenthinöl löste es sich sehr leicht, weniger leicht inMandelöl auf; Aetzkaliflüsfigkeit wirkte nur schwach darauf, und löste es nurzum Thcil auf; concentrirte Schwefelsaure löste es schon in der Kälte auf,Salpetersäure verwandelte es in gelben Bitterstoff, wobei sich etwas Klee-säure und Milchzuckersäure zugleich gebildet hatte. 40 Gran gaben nur ^Gran Asche, die aus kohlens., salzs. und schweftls. Kali, Phosphors. Kalkund kohlens. Kalk nebst Eisenoxyd bestand.
Wegen des großen Salzgehaltes (an äpfels. Kalke) schlägt Brandes vor,das Euphorbium salziges Harz zu nennen, nach der Analogie der Gummi-harze.
Das Euphorbium, obgleich es in altern Zeiten auch innerlich zu 1 — 10Gran gegeben ist, wo es als das heftigste drastische Purgirmittel wirkt, wird>etzt nur noch äußerlich gebraucht, theils als Pulver, häufiger als Tinctur,theils und vorzüglich macht es einen Bestandtheil des sogenannten immerwäh-renden SpanischenfliegenpsiasterS aus.
Das Euphorbium wird, wie auch unser Text angiebt, nicht allein vonder oben erwähnten Pflanze gesammelt, sondern auch von NupKorbia.^n-Ul,uo5um> die in der Berberci und auf Malabar wächst, und von N. <H-nHrlenzil,, die auf den canarischen Inseln einheimisch ist, und von diesersoll der größere Theil des jetzt im Handel befindlichen Euphorbiums gewon-nen werden. Von einer andern Euphorbia, nämlich von L. I^tn^ris, waren