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2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
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451
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Das so erhaltene, rohe Wasserglas ist gewöhnlich blasig, so hart wiegemeines Glas, zieht an der Luft nur etwas Wasser an, und ist im Was-ser auflöslich, zu welchem Endzwecke es aber vorher gepocht werden muß,denn sonst würde die Auflösung nur äußerst langsam von statten gehe».Das Wasser wird zuerst in einem eisernen Kessel zum Sieden gebracht,und dann das Glas allmälig eingetragen, wobei man bestündig umrührenmuß, weil es sich sonst sehr fest an den Boden anlegen würde. Das Sie-ben muß ununterbrochen, damit nicht die Lauge Kohlensäure anziehe, 3 bis4 Stunden lang fortgesetzt weiden, bis sich nichts mehr auflöst, und dieFlüssigkeit den gehörigen Grad von Concentration erreicht hat. Wenn siedie Consistenz eines dünnen Syrups und ein specifisches Gewicht von 1,24«der 1,25 erreicht hat, so ist sie gehörig concentrirt, und zum Gebrauchefertig. Man läßt sie nun ruhig stehen, damit sich die unaufgelosten Theilezu Boden setzen können. In diesem flüssigen Zustande wird es zum Ge-brauche aufbewahrt, wodurch es selbst in langer Zeit bei möglichst abgehal-tenem Luftzutritte keine merkliche Veränderung erleidet.

Diese Glasaustbsung stellt eine etwas klebrige Flüssigkeit dar, die imcvncentrirten Zustande gewöhnlich etwas trübe und opalisirend ist. Es rea-girt alkalisch, und hat einen schwachen alkalischen Geschmack. Mit Wasserläßt es sich in allen Verhältnissen mischen. Bei einem spec. Gew. der Auf-lösung von 1,25 enthält dieselbe nahe 28 Proc. wasserfreie Glasmasse.Wird sie weiter abgedampft, so wird sie sehr zähe, und läßt sich zu Fädenziehen, wie geschmolzenes Glas. ZuleHt trocknet sie zu einer Masse ein,welche spröde, im Bruche muschlig, glasartig glänzend und durchsichtig ist,und überhaupt die größte AelMchkeit mit dem gemeinen Glase hat, dem sieaber an Härte nachsteht. Wird die Auflösung stuf andere Körper gestrichen,so trocknet sie auch bei der gewöhnlichen Temperatur schnell aus, und bil-det einen sirnißartigen Ueberzug. Das ausgetrocknete reine Wasserglas er-leidet an der Luft keine merklichen Veränderungen, und zieht daraus wederWasser noch Kohlensäure an. Aus dem unreinen Glase wittert nach einigerZeit ein Salzgemisch aus, aus kohlensaurem, salzsaurem und unterschweflig-saurem Kali zusammengesetzt.

Das Wasserglas besteht nach Fuchs aus: Kieselerde 62; Kali 26;Wasser 12. Es eignet sich ganz vorzüglich zum Uebcrzuge «.«schieden«Substanzen, um sie gegen Luft und auch gegen Feuer zu schützen, in wel-cher letzteren Hinsicht es Anwendung gefunden hat bei dem neuerbaulen Hof-theater in München. Wegen der Anwendungsart muß auf die Anleitungvon Hrn. Prof. Fuchs selbst verwiesen werden.

Ein ähnliches Product erhält man, wenn Natron an die Stelle desKalis gesetzt wird, zu dessen Darstellung ungefähr 2 Nh. krystallijütes koh-lensaures Natron auf 1 Th. Quarz erfodert werden. Dieses Product scheintnoch anwendbarer als das aus Kali bereitete zu seyn.

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