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3 Th. Kieselsäure und 1 Th. Kali od« Natron im heftigen Feuer zusam-mengeschmolzen, so entweicht die Kohlensaure des Alkalis, und dieses verbin-bet sich mit der Kieselsaure zu einem farblosen Glase, welches im Großenaus Kiestlsand und Potasche bereitet wird, wodurch das gemeine grüneGlas entsteht. Das Glas ist also eine Verbindung des Aetzkalis mit Kie-selsäure, und zwar mit vorwaltender Kieselsaure. Wird das Verhältnißumgekehrt, und 1 Th. Kieselsaure und 3 bls 4 Th. Kali oder Natron zusam-mengeschmolzen, so erhält man gleichfalls dem Ansehen nach eine glasigeMasse, die aber scharf und ätzend schmeckt, an der Luft feucht wird, end»Uch zerfließt, und in der Chemie unter dem Namen Kieselfeuchtigkeit (I^iyuor »üieum) bekannt ist. Die Kieselfeuchtigkeit ist eine Verbindung desAetzkalis mit der Kieselsäure, aber mit vorwaltendem Alkali, und aus wel-cher wegen ihrer Auflöslichkeit in Wasser durch andere Säuren die Kiesel-säure abgeschieden wird, wogegen die erster« Verbindung, das Glas, in Was-ser und Säuren unauflöslich ist. Nur diese beiden Verbindungen zwischenKali und Kieselsäure waren bis jetzt bekannt, durch Prof. Fuchs in Mün-chen (Ueber ein neues nutzbares Product aus Kieselerde und Kali, 182S,aus Kästner'« Archiv lV. 4. besonders abgedruckt) haben'wir noch einedritte Verbindung des Kalis mit vorwaltender Kieselsäure, die gleich-sam Zwischen den beiden genannten das Mittet hält, sich zwar in Wasserauflöst, aber nicht an der Luft zerfließt — von Fuchs Wasserglas genannt— kennen gelernt. Dieses Wasserglas kann man bereiten, indem man frischpracipitirte und gut ausgewaschene Kieselerde in siedender Kalilauge bis zurSättigung auflöst. Allein dieses Verfahren ist umständlich und kostspielig,und im Großen kaum ausführbar. Die Kieselerde muß hierzu nus der Kie-stlfeuchtigkeit durch Schwefelsäure frisch niedergeschlagen, und die pracipi-tirte sehr voluminöse Kieselerde muß dann so lange ausgewaschen werdenbis alle Säure und alles Salz entfernt ist; auch muß hierzu eine reine Ka-lilauge angewandt werden. Zweckmäßiger erhält man dieses Product durchein ähnliches Zusammenschmelzen, wie bei der Kieselfeuchtigkeit. 10 Th.recht reines Kali, 15 Th. reiner Quarz «der Sand und 1 Th. Kohle (wel-che die"Schmelzung befördert und die Auflösung des Glases) werden gutgemengt, bei starkem Feuer in einem feuerfesten Tiegel oder Hafen so langegeschmolzen, bis sie sich zu einer gleichförmigen Masse vereinigt haben, unddann ausgegossen. Enthalt das Kali salzsaures Kali, so löst sich das Pro-duct nicht ganz auf und giebt einen klebrigen Bodensatz, auch wird dasWasserglas dadurch zum Verwittern geneigt. Weniger Nachtheil bringt dasschwefelsaure Kali, weil es durch die Kohle ganz zersetzt wird, wenn dasSchmelzen lange genug fortgesetzt ist. Geschieht dies aber nicht, so wirddie Auflösung mit Schwefelleber verunreinigt, welche das Wasserglas eben-falls zur Verwitterung geneigt macht. Der Sand muß keine sehr merklicheMenge von Kalk- oder Thonerde enthalten, weil durch diese Erden ein Theilde« Glases unauflöslich gemacht wird. Ein geringer Gehalt von Eisenofydbringt keinen Schaden.