lichte nicht verändert, daß aber die Auflösung in Wasser und Weingeist (diein Aether blieb unverändert) in dem Sonnenlichte zersetzt wird; es bildetsich Kalomel, und Säure wird frei unter EntWickelung von Sauerstoffgas.Dieser Erfolg beruht auf der Zersetzung eines Antheils Wasser, dessen Was-serstoff sich mit einem Antheile Chlor zu Chlorwasserstoffs««« verbindet, unddessen Sauerstoff frei wird. Es geht daraus die Regel hervor, wäßrigeSublimatausiösung nicht lange vorräthig zu halten. Wurde Salzsäure oderSalmiak zugesetzt, so brachte die Einwirkung des Sonnenlichts während 3Wochen keine Veränderung hervor. Diese Versuche beweisen, sagt JohnDavy, daß das Licht den Sublimat nicht zersetzt, und daß nur dann Zer-setzung stattfindet, wenn Verwandtschaften der Stoffe unter sich ins Spielkommen ^die jedoch ohne Mitwirkung des Lichtes ruhen D.)
Mit fetten und ätherischen Oelen erhitzt sich der Quecksilbersublimatunter Bildung von Kohle zu Kalomel und Salzsäure, und bei der Anwen-dung des Terpenthinöls bildet sich zugleich eine Art künstlicher Campher;mit Nelkenöl und Pfeffermünzol destillirt eine purpurfarbige Verbindungvon Salzsaure mit dem Oele über.
Der Sublimat wird in der Heilkunst gegen Syphilis sowohl innerlichals äußerlich verordnet. Man muß aber hiebei auf die oben erwähntenUmstände Rücksicht nehmen, und eine, Auflösung des Sublimats mit Gummi,Ertmcten u. s. w. gemischt nicht lange den Einwirkungen des Lichtes aus-setzen. Grischow bemerkte, daß Sublimat durch Zimmtwasser zersetzt, undwahrscheinlich benzoesaures Quecksilberoryd niedergeschlagen wurde. EinerMischung aus Sublimat und Mohnsaft wurde Kalkwasser zugesetzt, undhierdurch nicht ein rother, sondern ein schmutzig grauer Niederschlag erhal-ten. Zum innerlichen Gebrauche wird er am häufigsten und am zweckmäßig-sten in Pillenform verordnet, und zwar mit 8ueeu3 ^>i<zuilitlg«, welcheram wenigsten zersetzend wirkt, und die Pillen ausiöslich erhält. Prof. Tad-dei hat empfohlen, den Sublimat mit dem aus dem Weizenmehl durchAuswaschen der Stärke dargestellten Kleber zu Pillen gemacht innerlichanzuwenden, wodurch der Sublimat so gedämpft werde, daß man ungestraftgroße Gaben verabreichen könne. Dieses Dämpfen des Sublimats hat aberin der zum großen Theil erfolgenden Zersetzung des Sublimats seinenGrund, lind ganz dasselbe ^erfolgt in den nach Dzondi's Methode ausSemmelkrumen bereiteten Pillen, die auch frisch bereitet Kalomel enthalten.Die zweckmäßigsten Einhüllungsmittel möchten wohl destillirtes Wasser, La-krizenfaft, Altheepulver u. dergl. seyn.
Die Reinheit des Sublimats geht aus den oben angeführten Eigenschaf-ten hervor. Giebt er mit Wasser und Alkohol nicht eine vollkommen klareund farblose Auflösung, sondern bleibt ein Rückstand, so ist dies Kalo-mel, das mit Kalkwasser übergössen eine schwarze Farbe annimmt. Manhat bisher den in Fabriken bereiteten Sublimat in Verdacht einer Versal,schung mit Arsenik gehabt, indessen widersprachen dem die Erfahrungen der