Druckschrift 
2 (1829) Bereitete und zsges. Mittel
Entstehung
Seite
340
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

340

Lxtracta

den kann. Solcher Fässer zum Dampfkochen muß man mehrere vorröthighaben; denn in den Fässern, worin man Quassienholz ausgekocht hat, kannman nicht füglich Chinarinden <Mr Quecken auskochen. Bei dieser Dampftkochung erspart man ungemein viel, an Feuerung, und sie gewährt einegroße Bequemlichkeit.

v) Die Verdunstung der Auszüge muß auf eine solcheWeise geschehen, daß die in dem gewonnenen Auszüge ent»haltenen wirksamen Bestand! heile der Heilstoffe weder mitverflüchtiget werden, noch irgend eine chemische Verandc»rung erleiden.

Wenn die Auszüge noch ziemlich verdünnt sind, so können sie anfangsim 'offenen Feuer verdampft werden, und die Verdampfung muß ohne Un-terbrechung fortgesetzt werden z sobald die Auszüge aber eine stärkere Consi>ftenz erlangt haben, oder, wie unsere Pharmakopoe vorschreibt, wenn dieAuszöge bis auf den dritten Theil verdunstet worden sind, müssen sie imWasserbade bis zur gehörigen Ertractconsistenz gebracht werden. FleißigesRühren befördert hierbei immer, durch Vermehrung und Erneuerung derBerührungspunkte mit der Luft, das Verdampfen. Niemals sind aber hier»bei andere metallene als zinnerne Gefäße zu gebrauchen. Wenn der Aus»zug eine dickliche Eonsistenz anzunehmen anfängt, so steigt der Siedepunktdesselben über den Siedepunkt des Wassers, und zwar um so höher, jestärker die Consistenz der Flüssigkeit wird. Wenn also der Auszug flüchtigeStoffe enthält, von denen ein großer Theil selbst bei dem Siedepunkte desWassers den übrigen Bestandtheilen beigemischt bleiben würde, so werdendiese doch durch den höheren Temperaturgrad, welchen die consistentere Flüs»sigkeit annimmt, verjagt und das Ertract wird seiner bisweilen vorzüglichwirksamen Vestandtheile beraubt werden. Ader auch die andern Bestand-theile des Ertractes werden durch höhere Wärmegrade mehr oder wenigereine chemische Veränderung erleiden, da sie, wie bekannt genug ist, durchgroße Hitze ganz und gar zerstört werden; sie erleiden gleichsam eine begin-nende Vcrkohlung, und die Eltratte nehmen dann statt der dunkelbrauneneine schwarze Farbe, statt des eigenthümlichen Pflanzengeruchs einen brenz»ligen Geruch und Geschmack an, und sind dann als völlig unwirksam undverwerflich zu betrachten, wobei man noch das Zerschmelzen des zinnernenKessels und den Verlust des Extracts zu besorgen hat. Bei aller möglichenVorsicht wird man bei dem Verdampfen über offenem Feuer bis zur Vrtract-consistenz nicht einen höheren Temperaturgrad vermeiden können, daher mußman sich des Wasserbades bedienen, und sich dadurch die Ueberzeugung ver-schaffen, wirksame dem Zwecke entsprechende Vxtracte zu haben.

Daß man sich mit Vortheil der heißen Wasserdämpfe in besonders ge»troffenen Vorrichtungen zu Ertractbereitungen bedienen kann, ist bei dendcstillirten Wässern angegeben worden (Bcrgl. auch Geiger's Magazin X.G. 223. und Brandes's Archiv Nr. 42. S. 242.). Wo aber auch nichtein solcher großer Apparat zu Gebote steht, wird doch nicht leicht ein gut