Uxtlgcta
ZZ9
kupferne Destillirblase lasse man statt des Helmes einen stachen gut aufpas-senden Aufsatz machen, in diesem befindet sich an der einen Seite eine weitekupferne Röhre eingelothet, die mit eine» Hahne verschlossen werden kann,und auf der andern Seite eine kupferne Röhre von 1^ Zoll im Durchmesser,welche etwa die Form hat ^, und mit dem obern Ende in den kupfer-nen Aufsatz eingelöthet ist. In die Blase füllt man Wasser, setzt denAufsatz auf, lutirt ihn fest, und beschwert ihn noch mit einem Gewichte.Das gerade auslaufende Ende der Rohre aber lutirt man in das Koch-faß. Dieses Gefäß ist ein hölzernes mit eisernen Reifen versehenes Faß,dessen oberer Boden hinweggenommen worden, auf dem untern Bodenist eine zinnerne Röhre befestigt, welche durch die durchbohrte Seiten-wand des Fasses hineingesteckt ist, bis in die Mitte reicht und an bei-den Enden offen ist. In das aus dem Fasse herausragende Stückdieser zinnernen Rchre wird nun das gerade auslaufende Ende derkupfernen Dampfröhre geschoben, die Fugen werden gut lutirt, und mitBindfaden umwunden. Etwa eine Hand hoch über der zinnernen Röhrein dem Fasse befindet sich ein hölzerner durchlöcherter Boden, Über welchenman eine grobe Leinwand gespannt hat. Jetzt gießt man in das Faß soviel Wasser, das solches bis an den durchlöcherten Boden reicht, und schür.-tet dann die auszukochende Substanz hinein, deckt das Faß zu, und bringtdas Wasser in der Blase zum Kochen. Die Dämpse steigen durch die Dampf-röhre, und bringen bald das im Faß befindliche Wasser ins Kochen, welchesanfangs mit einem starken Geräusche geschieht; kocht nun das Wasser, soschüttet man allmülig so viel kaltes hinein, bis die ganze Substanz mitWasser bedeckt ist, oder man schüttet gleich die nöthige Menge kochendesWasser nach. Man muß nicht gleich anfangs die ganze Quantität kaltesWasser in das Kochfaß schütten, weil sonst die Dampfe zu vielen Nider-stand finden. Durch untergelegtes Feuer unter die Blase geht nm: das Ko-chen ruhig in dem Fasse fort, und wenn es einige Stunden gedauert hat,läßt man das Feuer unter der Blase ausgehen, und öffnet den Hahn, da-mit Luft in die Blase treten kann, öffnet dann einen unten im Fasse be-findlichen Spund, und läßt das Decoct rein ablaufen, welches gleich colirtabfließt. Hierauf wendet man die im Fasse befindliche Substanz gut um,setzt einen Trichter auf die mit einem Hahne versehene Röhre, und gießt indie Blase wieder so viel Wasser, als verdunstet ist, bringt in das Faßwieder etwas Wasser, und fängt das Kochen von neuem an, das man sooft wiederholt, als es nothig ist. Da hier die Dämpfe keinen allzugroße»Widerstand finden, so ist auch keine Gefahr zu befurchten, und Sicherheits-klappen braucht man also nicht anzubringe». Uebrigens versteht es sich vonselbst, daß man kein zu heftiges Feuer unter der Blase unterhalten muß,sondern nur ein solches, welches das Wasser im Fasse in ein gelindes Kochenbringt. Den Helm muß man übrigens recht fest lutiren, damit der Dampfnicht durch die Fugen'dringe» kann, auch muß man ihn mit einem Ge-wichte von etwa 50 bis 60 Pfund beschweren, damit er nicht geyoben wer-
9 9 »