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2 (1857)
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964
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benzucker, ferner Sehleim, Eiweiss, Weinsäure, Citronensäure, Aepfel-säure theils frei, theils an Kali und Kalkerde gebunden enthält, lässtman bei 10 bis 18° C. gähren. Die Schalen der Weinbeeren enthaltenPektin, Extraktivstoff, Cellulose, die der rothen auch Farbstoff und Gerbsäure.Der Saft der blauen oder rothen Beeren ist nicht gefärbt. In Folge derGährung des Saftes aber mit den rothen Schalen erhält man Rothwein.Sobald die weinige Gährung nachlässt, füllt man den Wein auf andereFässer, damit er sich unter einer gelinden Nachgab ru ng völlig kläre.Je weingeistreicher der Wein wird, um so mehr setzt er seinen Wein-steingehalt ab. Nach geschehener Nachgährung sticht man den Weinauf geschwefelte Fässer ab, und lässt ihn in diesen lagern. Das Schwe-feln der Fässer geschieht desshalb, um die Oxydation des Weingeisteszu Essigsäure zu verhindern (vergl. unter Sulphur. S. 836). Durch dasLagern erhält der Wein in Folge einer unmerklichen Nachgährung seinBouquet oder Blume, welche den Charakter des Weins ausma-chen. Um den Wein gut vor dem Einflüsse der Luft zu schützen, fülltman ihn auf Flaschen. In nicht ganz gefüllten Flaschen und Fässern,in feuchten oder zu waimen Kellern wird der Wein kahmig, fade- undsauerschmeckend Trüben Wein schönt man mit Hausenblase, in demdieser Leim mit der Gerbsäure zu einer unlöslichen Verbindung zusam-mengeht, die Hefentheile einschliesst und mit sich zu Boden führt. Diedeutschen Weine und Rheinweine enthalten oft viel freie Weinsäure, wel-che man durch Zusatz von neutralem weinsauren Kali daraus entfernt.

Der Unterschied der Weine wird theils durch das Klima, welchesdie Trauben reift, durch den Boden, welcher die Mutterpflanze nährt,und durch die Behandlung des Traubensaftes bedingt.

Die Stelle des Fuselöls in dem Weingeiste aus Kartoffeln oder Ge-traide vertritt in dem Weine der Oenanthäther, eine Verbindung derOenathsäure mit Aethyloxyd. Der Oenanthäther bedingt den eigenthüm-lichen Geruch des Weines.

Das Aufzählen der Erkennungsmerkrnale m der Weine istohne Nutzen. Nur allein die längere Praxis giebt in der Er-kennung der Weine einige Sicherheit. Gewöhnlich muss mansich auf die Ehrlichkeit der Weinbändler verlassen. Der Ma-dera und Malaga, welche wir verbrauchen, sind meist Kunst-produkte, *) welchen nur durch Zusatz von den respektiven ech-ten Weinen das Bouquet ertheilt ist. Mit den anderen Wei-nen ist es oft nicht anders. Jeden Falles müssen wir es tadeln,dass man Weine eines entfernten Landes in der Piarma-cie verwenden lässt, während Deutschland und seine Nach-barschaft vortreffliche Weine liefern, welche wir leichter und

*) Ein mir bekannter Weinhändler stellte seinen Madera in folgen-der Art dar: Sacchar. alb. 4 Unz., Mel despumat., Spirit. Vini alcohol. äü7 Unz, Strob. Lupuli 3 Drachm., Gallae, Pix naval. trit. äa 12 Gran, kq.Naphae 1 Unz., Vin. Gallic. alb. 56 Unz. und circa i Flasche guter Ma-dera. Nach 6tägiger Maceration wurde üHiit.