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2 (1857)
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701
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säure Margarinsäure*) u. a. geben härtere Seifen als flüssige,aucli sind die Natronseifen im Allgemeinen härter und weni-ger hygroskopisch wie die Kaliseifen. Im Handel bezeichnetman die harten Natronseifen mitharte Seifen* die weichenschmierigen Kaliseifen mitSchmierseifen. Zu den hartenSeifen versiedet man Talg, Schweinefett, Baumöl, zu den Schmier-seifen besonders vegetabilische trocknende Oele, Thran undFettstoffe von geringem AVerthe. Die Harze der Pinien gebenohne andere Fette nur seifenähnliche Verbindungen. Besonderswird Kolofon den schlechteren Sorten der harten und Schmier-seifen zugesetzt. Die alle deutsche Methode der Seifendarstellungbesteht darin, dass die im Aescherfasse durch Auslaugen der Asche har-ter Holzarten unter Beihülfe von Aefzkalk erzeugte, durch Eindampfenbis ungefähr auf ein spec. Gew. von 1,19 koncentrirte Kalilauge (Feuer-lauge) in einem geräumigen kupfernen oder eisernen Kessel mit Talgoder einem anderen Fette unter beständigem Umrühren gekocht wird,bis eine Probe des Seifenleims auf eine Glasplatte gebracht zu einerdurchsichtigen gallertartigen Masse erstarrt. Ist der Seifenleim trübe,so kann ein Mangel an Wasser, ein Uebermaass von Fett oder auch vonAelzkali die Ursache sein. Im zweiten Falle giebt er mit etwas Wassereine trübe, im letzleren eine klare Flüssigkeit. Sobald der Seifenleimseine gehörige Beschaffenheit hat, wird zum Aussalzen geschritten,indem man unter weiterem Kochen Kochsalz (Chlornatrium) zusetzt, wo-durch der schaumige Seifenleim zusammenfällt, körnig gerinnt und sichüber der Salzlösung (Unterlauge) ansammelt. Hierbei wird die Kaliseifezerlegt. Es bildet sich in Folge des Austausches der Bestandtheile Na-tronseife und Chlorkalium. Die Uaterlauge enthält das Chlorkalium,überschüssig zugesetztes Kochsalz und auch das Glyceryloxydhydrat(Glycerin\ Da die Talgseife in nicht zu verdünnten Lösungen von Sal-zen v wie Chlorkalium Chlornatrium, völlig unlöslich ist, so erfolgt auchdurch das Aussalzen unter Kochen die völlige Abscheidung der Seife.Durch wiederholtes Versieden dieser Seife mit etwas dünner Natronlaugezu Seifenleim und Aussalzen wird die Verseifung, Reinigung und Ab-scheidung vervollständigt. Eine solche Seife, welcher die Salzlösungdas anhängende Wasser entzogen hat, liefert nach dem Erkalten dieKernseife. Statt der Kalilauge (Aescherlauge) nimmt man jetzt Aetz-natronlauge. Eine Lauge von 1,2 spec Gewicht erfordert ungefähr gleich-viel Fettstoff zur Verseifung. Verhindert man ein ruhiges Absetzen derUnreinigkeiten der Seife, rührt dieselbe vielmehr dicht vor ihrem Er-kalten um (kerben, schlagen), so erzeugen dieselben eine Marmorirung,welche von dem gemeinen Manne als ein gutes Zeichen einer Kernseifeangesehen wird. Durch Anwendung reiner Laugen und Fette, durchAbsetzenlassen der Sehmutztheile oder durch schnelles Abkühlen derSeife, welches ein Absetzen der Sehmutztheile nicht zu lässt, erhält mannicht marmorirte oder glatte Seife. Die Marmorirung wird übrigens

* Nach Hein tz ist Margarinsaure ein Gemenge von Stearinsäure und Palmitinsäure.