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2 (1857)
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692
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änderung der ZucKerarten und anderer Kohlenhydrate unter Einfluss desChlors in Karamelin (=C 12 H 4 0 4 ), eine Schwarzbraune, in Wasser,Alkalien und verdünnten Säuren unlösliche Substanz. Man beginnt da"mit der Zuckerlösung einige Skrupel Zinnchlorid zu zusetzen. Man dampftbei massiger Wärme zur Trockne ab und setzt den Rückstand 10 Minu-ten einer Temperatur von 120-130° C. aus, um den Zucker in Karame-lin zu verwandeln. Man nimmt dann die Masse in Wasser auf, wobeiman sogleich erkennt, ob die Einwirkung des Chlorids eine vollstän-dige war. Im anderen Falle färbt sich das Wasser braun. Durch wei-teren Zusatz von Zinnchlorid, Eintrocknen und Erwärmen bei der ge-dachten Temperatur wird dann die Umwandlung in Karamelin erreichtund Wasser wird kaum durch den Rückstand gefärbt werden. Dieserwird mit Schwefelsäure - und Salzsäure-haltigem heissen Wasser ausge-waschen und das fast rein zurückbleibende Karamelin nach dem Trock-nen gewogen. 8 Th. entsprechen ungefähr 13 Th. Rohrzucker, 13,5Traubenzucker und 12 Th. Dextrine. Sind in einer Flüssigkeit nebenZucker zugleich aber Gummi, Schleime und ähnliche Stoffe, so mussdurch Behandeln mit Weingeist und Wasser die Schichtung derselbender Analyse vorausgehen. Ein mit konc. Zinnchlorid-Lösung getränktesund bei gelinder Wärme getrocknetes rein wollenes Zeug (weisser Me-rino) mit einem Tropfen der auf Zucker zu untersuchenden Flüssigkeitbefeuchtet giebt beim Erwärmen bis zu 120° C. (.über einer Lampe) ei-nen helleren oder dunkleren schwarzbraunen Fleck. Diese Methodenlassen sich auch beim Untersuchen von Harn auf Zucker anwenden.Eine einfache Abscheidung des Rohrzuckers besteht nach l'ayendarin, dass man den Zucker mit höchstrektif. Weingeist, dem man 5l'roc. Essigsäure zugesetzt und mit Kandis saturirt hat,wäscht, wobeider unkrystallisirbare Zucker gelöst wird, und der Rohrzucker ungelöstzurückbleibt. Die Prüfung auf metallische Verunreinigungen, wieBleioxyd und Zinkoxyd (von den Hutformen herrührend), geschieht inder bekannten Weise mit Schwefelwasserstoff und Sehwefelammonium.l'ilze verrathen sich durch eine strich- und stellenweise graue oderrötbliche Färbung.

Gerstenzucker, Saccharumhordeatum, und R onbon s wer-den häufig noch in den Apotheken gemacht. Zur Darstellung des Ger-stenzuckers werden ö Th. guter Melis in kleinen Stücken in einer ku-pfernen verzinnten Pfanne mit Stiel und Ausguss mit 1 Th. Wasser über-gössen und hierauf über Kohlenfeuer bis zur Tafelkonsistenz (s. S. 373),jedoch ohne umzurühren eingekocht. Man giesst nun einige TropfenSafrantinktur hinzu, rührt sanft mit einem erwärmten eisernen Spatelum und giesst den Zucker in schmalen Streifen auf eine mit Oel abge-riebene Kupfer- oder Marmorplatte aus. Die Zuckerstreifen zerschnei-det man nöthigen Falles noch mit einer Schere und giebt den Stückendurch Drehen um ihre Längsaxe eine gewundene Form. Statt der Saf-rantinktur kann man flüchtige üele, Farbestofl'e z. B. aus Cocciondlahinzusetzen, den Zucker in eine Fläche ausgiessen und mit einem Mes-ser zu Bonbons schneiden. Der amorphe Zucker wird alsbald einigeTage in einer trocknen warmen Luft aufbewahrt. Im anderen Falle