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in kaltem wasserleeren Weingeist ist er unlöslich. löslich aber inverdünntem Weingeist, und in diesem um so löslicher, jemehr er Was-ser enthält. Die wässerigen dünneren Zuckerlösungen unterliegen beiGegenwart von vielen Pflanzen- und Thierstoffen der geistigen Gährung,wobei der Zucker in Kohlensäure und Weingeist zerfällt. Der Rohrzuk-ker schmilzt bei 180", ohne sich zu zersetzen, und bildet dann nachdem Erkalten eine klare farblose durchsichtige Masse iGerstenzuckeri..Nach einiger Zeit wird dieser amorphe Zucker unter Verlust eines Thei-les seines latenten Wärmestofl'es wieder krystallinisch und dadurch trübeund leicht zerbrechlich. Diese Aggregatsveränderung tritt zuweilen auchbei sehr koncentrirlen heissen Zuckerlösungen ein und wird mit „Ab«sterben" bezeichnet Bis zu 210° erhitzt wird der Zucker zersetzt undbildet unter Verlust von 2 Aeq. Wasser eine braune in Wasser löslicheMasse, Karamel oder gebrannter Zucker genannt, welche mit Wassereine dunkelbraune Lösung giebt. Bei noch höherer Temperatur liefertder Zucker brennbare Gase und brennt angezündet mit Flamme.
Der Rohrzucker verbindet sich mit Salzbasen, wie Kali, Natron, Kalk,Metalloxyden, und bildet damit sogenannte Saccharate, welche gemeinlichnicht oder wenig süss sind, aus welchen er jedoch unverändert abge-schieden werden kann. Die Auflösung der Bittererdc in Syrup schmecktübrigens süss und angenehm. Auch mit Kochsalz und einigen Salzengeht der Zucker Verbindungen ein Konc. Schwefelsäure färbt ihn schwarz.Mit verdünnter Sa/petersäure gekocht liefert er eine schwierig krystalii-sirende Säure. Zuckersäure = C 6 H 4 0 T -f-HO, welche mit Bleioxyd eineunlösliche Verbindung eingeht und durch weitere Einwirkung von Sal-petersäure zu Oxalsäure wird. Kone. Salpetersäure dagegen verwan-delt den Zucker bald in Oxalsäure. Verdünnte organische und mi-neralische Säuren verwandeln den Zucker in Traubenzucker. Schim-melpilze, welche man auf Zucker bemerkt hat und diesen in Kohlen-säure und Wasser zerlegen, sind: Glycyphüa erythrosperma et claeosporaMontagne.
Prüfung des Rohrzuckers und quantitative Bestimmung desZuckers. Der Rohrzucker löst sich in Kali- und Natronlauge, ohne selbstbeim Kochen sich zu bräunen , wenn er nämlich rein und frei vonFrucht- und Krümelzucker ist. Bei Gegenwart letzterer Zuckermodifi-kationen tritt, besonders beim Erwärmen, alsbald eine Bräunung ein.Die hierbei sich bildenden dunkelen Verbindungen sind Glucinsäure undMelasinsäure. Eisenoxydsalze und Kupferoxydsalze werden mit hinrei.chender Zuckerlösung versetzt, durch Kali nicht gefällt. Eine solche al-kalische zuckerhaltende Kupferoxydlösung erscheint tiefblau oder lasur-blau gefärbt. 20 Gran Zucker werden in 4 Drachm. destill. Wasser ge-löst. Die Lösung wird nöthiger Weise filtrirt, mit 4 Gran trockenemAetzkali und 1 Gran zerriebenem schwefelsaurem Kupferoxyd versetztund nach dem Unischütteln bis zur Auflösung bei Seite gesetzt. BeiGegenwart von Slärke- oder Krümelzucker in dem Rohrzucker erfolgtinnerhalb eines Tages, beim gelinden Erwärmen um so schneller eineReduktion zu Kupferoxydul, welches sich als rother Niederschlag ab-setzt. Die quantitative Bestimmung nach Maumene beruht auf die um-
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