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2 (1857)
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Zur Darstellung der Zuckerlösungen wählt man ganzen,in kleine Stücke zerschlagenen Zucker.

Der Zucker scheint den Einwohnern Ostindiens und Chinas, demVaterlande des Zuckerrohrs, schon seit den ältesten Zeiten bekannt ge-wesen zu sein. Durch die Eroberungskriege und Raubzüge Alexandersvon Macedonien, welchen die Historiker den Grossen nennen, scheinter in Europa bekannt geworden zu sein. Nach den Kreuzzügen wurdeer von den Venetianern nach Europa verführt und der Anbau des Zuk-kerrohrs in Arabien, Syrien, Aegypten, Süditalien, sogar in der Provencemit vorübergehenden Erfolgen versucht. 1420 pflanzten die Portugie-sen das Zuckerrohr auf der Insel Madera an, von wo es später nachWestindien gebracht wurde. Im wärmeren Amerika hat sich das Zuk-kerrohr völlig akklimatisirt und die Zuckerproduktion hat daselbst eineausserordentliche grosse Ausdehnung- gewonnen.

Der Rohrzucker (vergl. Einleitung S. 124) ist in der Pflanzenweltviel verbreitet. Am reichlichsten findet er sich jedoch nur in dem Safteeiniger wenigen Pflanzen, so dass er daraus mit Yortheil abgeschiedenwerden kann. Diese Pflanzen sind das Zuckerrohr {'iaccharum of/iri-narum Linn , Sacch. violaceum Tussac, Sacch. Sinense Roxbourg Grami-nea und die Runkelrübe (Beta vulgaris Linn Variet. rapacea. Che-nopodeaj. Die Schles/sche Runkelrübe ist die zuckerreichste. Das Zuk-kerrohr enthält ungefähr 18 Proc, die Runkelrübe gegen 12 Proc Rohr-zucker. Der Saft dieser Pflanzen, welcher neben verschiedenen Salzen,Eiweiss und andere stickstoffhaltige Substanzen enthält, welche durchihre Neigung zur Umsetzung einen nachtheilig verändernden Einfluss aufRohrzucker ausüben, wird durch Pressen gewonnen. Der durch schnelleintretende Gährung stets etwas sauer gewordene Pflanzensaft wird ge-läutert, d. h. mit (0.7 0,3 Proc.) Kalkhydrat versetzt und bis 70° erhitzt.Dadurch wird das Eiweiss zum Gerinnen gebracht und die vorhandeneSäure abgestumpft. Hierbei sich bildender Schaum und Gerinsel klärenzugleich den Saft und sammeln sich auf der Oberfläche der Flüssigkeit,welche nach Reseitigungdes Schaumes vermöge Filtration durch thierischeKohle gereinigt und unter Abhaltung der atmosphärischen Luft einge-kocht wird. Nach Howards Anleitung dampft man die Zuckerlösungenin luftdichtverschlossenen Kesseln ab, aus welchen mittelst einer Dampf-maschine Luft und Wasserdampf ausgepumpt werden. Man hat übri-gens zu demselben Zwecke noch verschiedene andere Vorrichtungen,welche auch dem Pharmaceuten viel Lehrreiches darbieten. Den hin-reichend koncentrirten Saft bringt man durch schnelle Abkühlung undUmrühren zur Absonderung unregelmässiger kleiner Krystallchen undnun in konische Formen aus gebranntem Thon oder lackirtem Wejss-blech, welche an ihrer Spitze eine Oeffnung zum Ausfliessen der Mut-terlaugehaben. Durch Auflegen von nassem Thon, welcher seine Feuch-tigkeit an die erstarrte Zuekermasse abgiebt und von dieser auf dieseWeise die Mutterlauge abwäscht, auch durch Auswaschen mit reinerkonc. Zuckerlösung geschieht die weitere Reinigung. In den IndischenPlantagen wird der durch Kalk und Erhitzen geklärte Zuckersaft bis zumHager. Kommentar Bei. II. 44