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Gegenden Deutschlands scheidet man aus dem Safte dieserPflanzen , nachdem er mit Thon und Eiwciss geklärt und durchEindampfen koncentrirt worden ist, durch Krystallisation dasKleesalz ab. Durch TJmkrystallisiren wird es völlig gerei-nigt. 400 Th. Kraut geben 1 Th. KJeesalz. Ein grosser Theildes im Handel vorkommenden Kleesalzes ist aus künstlich er-zeugter Kleesäure dargestellt.
Das Kleesalz oder Sauerkleesalz ist eine Verbindung von1 Aeq. Kaliumoxyd und 2 Aeq. Oxalsäure nebst 3 Aeq. Was-ser. Es ist also saures oder zweifach oxalsaures Kali, sehrhäufig mit vierfachoxalsaurem Kali vermischt.
Es krystallisirt in kurzen weissen undurchsichtigen viersei-tigen luftbeständigen Prismen von herbsäuerlichem Geschmacke.Es ist in 40 Th. kaltem und 6 Th. kochendheissem Wasser los-lich, in Weingeist unlöslich. Geglüht hinterbleibt ein nur sehrwenig graugefärbtes kohlensaures Kali. Seine Wirkung aufden thierischen Organismus ist eine giftige. Es tödtet sogar,wie die Erfahrung lehrt, sehr schnell. Es wird kaum noch inder Medicin angewendet, häufig aber als Reinigungsmittel fürTinten- oder Rostflecke gefordert. Es ist in allen Fällenmit Vorsicht abzugeben und auch nur an denjenigen, wel-cher seine Gebrauchsbestimmung kennt. Die Stoffe, mit wel-chen es verfälscht vorkommt und die Auffindung derselben hatdie Ph. Uamb. angegeben. S. oben.
Eine als Reagens sehr wichtige Säure ist die
Kleesäure, Oxalsäure, Acidum oxalicum, C 2 0 3 -}-Ho iSymb. Öxoder 0), in der Technik oft unrichtig- mit Zu ckersäure bezeichnet.Sie ist im Pflanzenreiche sehr verbreitet und tritt besonders in Rumex,Oxalis, Rheum u. A. an Alkalien oder Kalkerde gebunden, auf. Auch imHarn und anderen Flüssigkeiten der Thiere wird sie angetroffen. Künst-lich erhält man sie durch Einwirkung von Salpetersäure oder schmel-zendem Kalihydrat auf die Kohlenhydrate, so wie auch bei Behandlungdes Zuckers mit übermangansaurem Kali. In grossen Mengen gewinntman sie als Nebenprodukt in den Schwefelsäurefabriken Frankreichs,wo man zur Darstellung der zur Fabrikation nöthigen salpetrigen Säure,Zucker oder Stärke mit Salpetersäure oder auch ein Gemisch aus 112Zucker, 560 salpetersaurem Kali und 280 konc. Schwefelsäure erhitzt. Aus5 Th. Zucker soll man hierbei 6 'lh krystallisirte Oxalsäure gewinnen.
Die Oxalsäure krystallisirt in vier- und sechsseitigen farblosen luft-beständigen Prismen, von sehr saurem Geschmacke und ist in 8 Th-kaltem Wasser und auch in Weingeist löslich. Sie enthält 1 Aeq. Was-ser chemisch gebunden, ohne welches sie nicht bestehen kann. Diekrystallisirte Säure enthält 2 Aeq. Krystallwasser. Ihre Formel ist daherHager. Kommentar Bd. II. 35