Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
321
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

- 321

pulv. Glase oder Sand und \\ Th. pulv. Aetzkalkhydrat giebt mit Lein-ölflrniss einen dauernden Kitt für Dampfapparate.

Das Bleioxyd ist eine starke Salzbase und bildet mit den SäurenSalze, welche Vieles mit den Baryt- und Strontiansalzen gemein haben.Die Bleioxydsalze haben sämmtlich ein grosses spec. Gew. und einensüsslichen schrumpfenden Geschmack. Vor dem Löthrohre mit Soda ge-schmolzen geben sie ein Bleikorn. Aus ihren Lösungen scheiden Zink,Kadmium und Zinn metallisches Blei in krystallinischer Form (den so-genannten Bleibaum, Arbor Saturni) aus. Vergl. auch unter Bleioxyd inder Einleitung S. 181.

Bleisesq u ioxyd, Pb 2 0 3 , (Bleisuperoxydul), erhält man, wenn eineBleiacetai/ösung so lange mit Kalilauge versetzt wird, bis der Nieder-schlag sich wieder auflöst, und dann die Flüssigkeit mit einer Chlorna-tronlösung präcipitirt wird. Es ist ein zartes, rothgelbes Pulver, wel-ches wie die Thonerde, Eisenoxyd etc. mit schwefelsaurem Kali einenAlaun bildet. Mit Salpetersäure oder Schwefelsäure zerfällt es bei gelin-der Erwärmung in Oxydsalz und Superoxyd.

Bleisuperoxyd, Bleihyperoxyd, Pbü 2 . Dieses wird unter ande-rem durch Digestion von Mennige mit überschüssiger verdünnter Salpe-tersäure und Auswaschen des zurückbleibenden Superoxyds mit heissemWasser dargestellt, oder durch Vermischen zweier Lösungen aus 12 Th.Bleiacelat und 10 Th. kryst kohlens. Natron und Hineinleiten von Chlor-gas in die dünne breiige Mischung, bis das Bleicarbonat in Bleisuper-oxyd verwandelt ist. Hierbei entsteht Chlornatrium, und Essigsäure undKohlensäure werden frei (H'oehkr). Das Bleisuperoxyd ist ein dunkel-braunes schweres Pulver, welches in gelinder Hitze Sauerstoff ahgiebtund zu Mennige wird. An viele brennbare Körper tritt es schon bei ge-wöhnlicher Temperatur häufig unter Feuererscheinung Sauerstoff ab.Am heftigsten zersetzt es sich mit trockner Gallussäure. Reibt man 1Drchm. dieser Säure mit 6 Drchm. Bleisuperoxyd zusammen, so erfolgtäusserst schnell unter dem heftigsten Funkensprühen eine gegenseitigeZersetzung, wobei Kohle und leinzertheiltes Blei hinterbleiben. Mit meh-reren Basen verbindet sich das Bleisuperoxyd nach Art einer Säure undstellt damit Verbindungen dar. In der Natur findet es sich als Schwer-bleierz in glänzenden eisenschwarzen üseitigen Säulen und Pyramiden.

Die Mennige, auch rothes Bleioxyd, Bleihyperoxydul genannt, istein Bleioxyd von nicht konstanter Zusammensetzung. Mit der grösstenMenge Sauerstoff entspricht sie der Formel 7PbO-|-Fb0 2 . Die Mennigewird als ein sehr feines Pulver erhalten, wenn man kohlensaures Blei-oxyd unter Umrühren an der Luft bei einer Temperatur, welche 300°nicht übersteigt, erhitzt. Siehe auch unter Minium. Sie ist ein Schar-lachrothes Pulver, welches sich beim jedesmaligen Erhitzen schön hoch-rot!), dann violett färbt. Beim Glühen giebt sie Sauerstoff ab und wirdzu Bleioxyd. Mit Salpetersäure und Essigsäure zerfällt sie in Oxyd, wel-ches sich auflöst und in Superoxyd, welches ungelöst bleibt.

Verbindungen des Bleis mit Schwefel giebt es mehrere. Das ein-fache Schwefel bl ei ist in der Natur sehr verbreitet und das Mate-rial, aus welchem das Blei gewonnen wird. Eine bemerkenswerthe Yer-Hager. Kommentar Bd. FI. 21