Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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316
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Stellung einer konc. Antimonchloridlösung und dann eine Ver-dünnung derselben mit verdünnter Chlorwasserstofisäure. Wirddas schwarze Schwefelantimon (Antimonium crudum, Grauspiess-glanzerz = SbS 3 ) mit Chlorwasserstoffsäure (HCl) übergössenund erwärmt, so verbindet sich das Chlor mit dem Antimonzu Antimonchlorid und der Schwefel mit dem Wasserstoff derChlorwasserstoffsäure zu Schwefelwasserstoff, welcher als Gasentweicht und dadurch ein Aufschäumen der Flüssigkeit verur-sacht. Dieser Process geht bei gewöhnlicher Temperatur je-doch nur bis zu einem gewissen Punkte vor sich, später musser durch gelindes Erwärmen unterstützt werden. Ein passen-des Gefäss, worin man die Lösung vornimmt, ist ein langhal-siger Kolben. Die fremden Beimischungen des rohen Schwe-felantimons, wie Eisen Kupfer Blei Arsen, werden zugleich ge-löst. Wird das Schwefelantimon jedoch nicht vollständig ge-löst, so bleibt Schwefelarsen im Rückstande. Nach längeremStehen scheidet auch ein Theil des Chlorbleis in Krystallen aus.Die filtrirte und bis auf ein gewisses Quantum abgedampfteFlüssigkeit wird dann mit verdünnter Chlorwasserstoffsäurevermischt und filtrirt. Befolgt man genau die gegebene Vor-schrift, so gewinnt man nach Vermischen der bis auf iy 2 Pfdeingedampften Flüssigkeit mit gleichviel einer wässrigen Mi-schung, welche '/ 3 reine Chlorwasserstoffsäure enthält, ein Prä-parat von dem verlangten spec. Gewichte. Das Filtriren derFlüssigkeiten wird in nicht zu grossen Filtern vorgenommen.Ein Nachspülen der Filter mit Wasser ist nicht anwendbar,weil sich die Antimonchloridlösung damit alsbald zersetzt.

Eigenschaften. Die officinelle Antimonchloridlösungist eine gelbliche Flüssigkeit, welche beim Vermischen mitWasser einen reichlichen weissen Niederschlag fallen lässt und