Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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306
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schnitzeln (3 Th.) in dünnen abwechselnden Schichten in einembedeckten eisernen oder kupfernen Tiegel einer massigen halb-stündigen Rothglühhitze aussetzt. Nach dem Erkalten wird dieMasse zerkleinert, in Wasser gelöst und die Lösung durchSedimentation und Dekantation gereinigt. Die Salpetersäuredes salpetersauren Kalis wird hierbei zersetzt, indem sie mitihrem Sauerstoff das Metall oxydirt. Will man auf diese Weiseeine reine Kalilauge darstellen, so muss man einen reinen chlor-freien Salpeter und reine Kupferspäne verwenden. Das hier-bei erzeugte Kupferoxydul kann zu Kupfervitriol verarbeitetwerden.

Eigenschaften. Die Aetzkalilauge ist eine klare farb-lose oder etwas gelblich gefärbte, ölartig fliessende, in Wein-geist lösliche Flüssigkeit von eigenthümlichem sogenannten Lau-gengeruche und höchstätzendem Geschmack, welche alle Eigen-thümlichkeiteu des Aetzkalis besitzt. Vergl. S. 158 u. f. Beieinem spec. Gew. von 1,326 enthält sie 27 Proc. Aetzkali.Aeq.-Gew. =174. Bei einem spec. Gew. von 1,339 enthält sie28 Proc. Ihr Aeq.-Gew. ist dann =168. Vergl. die Gehalt-stabelle der Kalilösungen S. 159.

Prüfung. Eine reine Aetzkalilauge ist farblos. Einegelbliche oder bräunliche Färbung rührt von organischenStoffen her. Beim Vermischen der Lauge mit einem dreifachenVolum alkoholisirtem Weingeist wird durch eine Trübung oderdurch Abscheiden eines krystallinischen Sediments die Gegen-wart des schwefelsauren, chlorwasserstoffsauren, kohlensauren,kieselsauren Kalis oder Natrons angezeigt. Das kohlensaureKali erkennt man an den aufsteigenden Gasperlen oderdem stärkeren Aufbrausen beim Vermischen der verdünntenLauge mit überschüssiger Chlorwasserstoffsäure. Die Kiesel-säure entdeckt man dadurch, dass man die mit Chlorwasser-stoff übersättigte Lauge zur Trockne eindampft und den Rück-stand auflöst. War Kieselsäure zugegen, so ist diese Lösungtrübe. Die officinelle Aetzlauge enthält oft Spuren Kiesel-säure. Diese rührt aus den eisernen Abdampfgefässen her.Die Kieselsäure, welche die Pottasche enthält, wird schon wäh-rend der Bereitung der Lauge durch die Kalkerde, welche mitihr eine unlösliche Verbindung giebt, entfernt. Thonerdeerkennt man beim Vermischen der mit Chlorwasserstoffsäuregesättigten Lauge mit überschüssigem Aetzammon durch eineweisse Trübung. In der mit Salpetersäure neutralisirten Lauge