193 -
Auch hüte man sich soviel als möglich den Sehwefeldampf(schweflige Säure) zu athmen. Er ist den Lungen äusserstgefährlich. Aus demselben Grunde giesse man auch nicht dieMasse so heiss aus , dass sich der Schwefel .dabei entzünde,sondern lasse die Masse lieber soweit in dem bedeckten Schmelz-gefässe erkalten, bis sie etwas zähe geworden ist und in die-ser Form mit einem eisernen Spatel leicht ausgestochen wer-den kann. Ein Glühen oder starkes Erhitzen der geschmol-zenen Masse beeinträchtigt den Werth des Präparats, indemdadurch der Schwefelkaliumgehalt vermindert wird. Der er-kalteten Schwefelleber giebt man gemeinlich die Form der fei-neren Species. Man siebt sie daher durch einen passendenweissblechenen Durchschlag. Die Ausbeute beträgt 65 bis 70Procent von dem Gewichte des Gemisches aus Schwefel undPottasche. Die Darstellung der Schwefelleber auf trocknemWege ist für den Arbeiter eine wenig angenehme, so dass derPraktiker dem Vorschlage Wi/fsteirt'a , sie auf nassem Wegezu bewerkstelligen, das Wort reden muss. 100 Unz. IllyrischePottasche, 40 Unz. Schwefelblumen werden ohne alle Vorbe-reitung in einen gusseisernen Grapen gegeben, mit 28 bis 30Unz. Wasser Übergossen und über einem massigen Kohlen-feuer unter Umrühren bis zur Trockne eingekocht. Der pul-verig-krümliche Rückstand wird durch ein blechernes Sieb ab«e-schlagen und nöthigen Falls in demselben Grapen zerrieben.Ein Umrühren der flüssigen kochenden Masse ist in sofernnö'thig, als sich ein Theil des Schwefels im geschmolzenen Zu-stande auf der Oberfläche ansammelt und daher wiederholt mitder Pottaschenlösung vermischt werden muss. Der Grapendarf hier nur, um ein Uebersteigen der aufschäumenden Massezu verhindern, zu 1 / i angefüllt sein. Die Ausbeute beträgt ge-gen 80 Proc. von dem Gewichte der Pottasche und des Schwe-fels. Das Mehr an Ausbeute auf diesem Wege hat seinen Grundin einem Wassergehalt der Schwefelleber. Diese ist jedochdesshalb nicht feucht, auch ist sie weniger hygroskopisch alsdie geschmolzene. Wollte man diesen Wassergehalt entfernen,so müsste man sie bis zum Schmelzen weiter erhitzen. Dieauf dem nassen Wege bereitete Schwefelleber unterscheidet sichim Aeusseren nur durch ein mattes Ansehen, während die auftrocknem Wege bereitete mehr eine muschlich glasige Bruch-fläche zeigt. Wird das oben gegebene Verbältniss von guter
trockner Pottasche und Schwefel genommen, so erhält manHager. Kommentar Bt!. II. 13