Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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192
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Schwefelleber durch Zusammenschmelzen von Schwefel undPottasche darzustellen l'auqelin (1817) und etwas später lier-zelius erklärten den chemischenProcess der Scbwefelleberbildung.Man unterscheidet ein Schwefelkalium zum innerlichen undein solches zum ausseien Gebrauche. Ersteres wird aus rei-nen Substanzen, aus gewaschenen Schwefelblumen und reinemkohlensauren Kali, bereitet Da dasselbe nur wenig und seltenin Gebrauch kommt, so bereitet man auch nur geringe Men-gen davon. t bis "3 Unz. schmilzt man ohne Beschwerde ineinem offenen porcellanenen Kasseroll oder einem solchen Sal-bentöpfchen auf der Weingeistlampe mit doppeltem Latizuge.Beide Stoffe werden hierzu zu einem Pulver zusammengemischt.Die geschmolzene leberfarbene Masse wird mit einem eisernenSpatel einige Male umgerührt, nach dem halben Erkalten ineinen etwas erwärmten eisernen Pillenmörser gebracht und indiesem zu einem groben Pulver zerrieben. Zur Bereitung ei-nes Schwefelkaliums zu Bädern nimmt man eine trockne guterohe Pottasche und Stangenschwefel oder ungewaschene Schwe-felblumen, mischt dieselben gröblich gepulvert und erhitzt siein einem gusseisernen bedeckten Grapen (Tiegel, Topf), wel-cher nur zu V 3 angefüllt sein darf, bei massigem Kohlenfeueram besten unter freiem Himmel. Sobald das Gemenge zu schmel-zen anfängt, rührt man es zuweilen mit einem eisernen Spatelum. Wenn die dunkelleberfarbene Masse aufgehört hat sichaufzublähen und sie dickflüssig und gleichförmig geworden ist,giesst man sie alsbald auf eiserne Platten oder in einen eiser-nen Mörser, welche mit einem beölten Papiere berieben sind.Durch das Befetten des Eisens verhindert man das Anhängender Masse. Sobald die Masse erkaltet ist, muss sie sogleichzerstossen und in gut zu verpfropfende Flaschen eingefüllt wer-den, denn sie zieht leicht Feuchtigkeit an. Gefässe von Schmiede-eisen als Schmelzgefässe zu verwenden ist nicht rathsam, weilihre Oberfläche stets leidet und dies um so mehr, je stärker dieHitze ist.- Irdene Tiegel wären den eisernen Gefässen vorzu-ziehen, weil in ihnen weniger leicht der Schwefel sich entzün-det. Ihre Zerbrechlichkeit jedoch lassen dieselben weniger ge-eignet erscheinen als gusseiserne. Das Schmelzgefäss halteman mit einem gutpassenden Deckel verschlossen und nur hinund wieder hebt man denselben, um die Masse umzurühren undzu beobachten. Sollte sich hierbei der Schwefel entzünden, sodecke man schnell wieder zu und massige das Kohlenfener.