Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
139
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Es verbindet sich mit Sauerstoff in zwei Verhältnissen und bildet damitChromoxyd, Cr 2 0 3 , und Chromsäure CrO 3 . Die Chromoxydsalze sindmeist grün. Das schwefelsaure Chromoxydkali (Chromalaun, KaO,S0 3 ,C 2 0 3 .3SO_|_2-JHO) bildet tief amethystrothe Oktaeder. Die Chromsäure,Acidum chromicuin, hat als Kausticum Anwendung gefunden. Siekrystallistrt in rothen Prismen, schmeckt sauer und herbe, zerfliesstschnell an der Luft und färbt die Haut gelb. Viele Stoffe zersetzten be-sonders bei Wärmeanwendung diese Säure, indem sie derselben dieHälfte Sauerstoff entziehen und in Chromoxyd verwandeln, wie z. B.schweflige Säure Phosphor Weingeist Aether etc. Die einfaehchromsau-ren Alkalien und Erden sind gelb, die zweifachchromsauren Alkalien schönrolh. Die chromsauren schweren Metalloxyde zeichnen sich durch einelebhafte gelbe, grüne oder rothe Farbe aus. Zur Darstellung der Chrom-säure werden 2 Volum, einer bei mittlerer Temperatur vollkommen ge-sättigten Lösung des zweifachchromsauren Kalis in einem dünnen Strahlezu 3 Volum, konc. Schwefelsäure unter Umrühren dieser letzteren ge-gossen. Man bedeckt das Gefäss und lässt es gegen 4 Stunden ruhigbei Seite stehen und abkühlen. Hierauf giesst man das Flüssige ab,bringt die Krystalle auf gebrannte Thonplatten und trocknet sie überSchwefelsäure unter einer Glasglocke. Durch Auflösen in wenig Wasserund Krystallisirenlassen über Schwefelsäure werden die Krystalle von an-hängender Schwefelsäure gereinigt.

Das gelbe oder ein fachchromsaure Kali, Kali chromicumflavum s. neutrale, KaO,Cr0 3 , bildet gelbe durchsichtige luftbestän-dige, alkalisch reagirende, sechsseitige Säulen von bitterem herben, faststyptischen Geschmacke und giftiger Wirkung- Es ist in 2 Th. Wasserlöslich. Stärkste Gabe 4 Gran. Jacobson'* Liquor conservatrix isteine Auflösung dieses Salzes in 256 Th. Wasser. Man stellt das einfachchroms. Kali dadurch her, dass man f Th. Chromeisenstein (FeO,Cr 2 0 3 )mit 1 Th. Kalisalpeter und ^ Th. Pottasche mischt, in einem eisernenTiegel glüht, die erkaltete und geplv. Masse auslaugt, die Lösung mitSalpetersäure neutralisirt, filtrirt und zur Krystallisation bringt, oder dassman das 2fach chromsaure Kali in Wasser löst, mit kohlensaurem Kalietwas übersättigt und die klare Flüssigkeit zur Krystallisation bringt.

Das rothe oder zweifachchro msaure Kali, Kali bichromi-cum, KaO,'2C0 3 , krystallisirt in grossen, leicht schmelzbaren, gelbro-then vierseitigen Säulen und Tafeln von herb bitterem Geschmacke undätzend giftiger Wirkung. Es schmilzt schon unter der Rothglühhitze, ver-liert bei höherer Temperatur Sauerstoff und giebt dann Chromoxyd und ein-fach chromsaures Kali. Es ist in 10 Th. Wasser löslich, nicht in Wein-geist. Es hat als Kaustikum Anwendung gefunden. Man benutzt eshäufig als Reagens und in der Technik zur Darstellung von Farben. Es wirddargestellt, indem man eine Lösung des gelben chroms. Kalis mit Sal-petersäure bis zum Erscheinen einer dunkelgelbrothen Färbung versetztund zur Krystallisation bringt. Im Grossen glüht man den Chromeisen-stein, löscht ihn mit Wasser, pulvert ihn gröblich und vermischt ihn mit44 Proc. Pottasche und 90 Proc. Kreide. Diese Mischung wird in irdenenTöpfen geröstet und nach dem Rösten ausgelaugt. Die durch Abdampfeneingeengte Lauge wird mit verdünnter Schwefelsäure zur Hälfte gesät-