Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
130
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Sauerstoffs, indem Jod ausgeschieden wird, welches jedoch in der un-zersetzten Säure gelöst bleibt und die Säure gelb oder braun färbt. Fürden medicinischen Gebrauch wird die Jodwasserstoffsäure dadurch her-gestellt, dass man 2 Lösungen, von welchen die eine aus 11 Th trock-neni Jodkaiium. und 50 Th. Wasser und die andere aus 9 Th. Weinstein-säure und 50 Th. Wasser besteht, vermischt und absetzen lässt. Diedekantirte klare gelbliche Flüssigkeit wird an einem dunklen Orte inkleinen bis unter den Pfropfen angefüllten Flaschen aufbewahrt.

Mit Chlor, Brom, Schwefel, Phosphor, Kohlenstoff geht das Jod Ver-bindungen ein.. Die Verbindung mit Chlor, Chlorjod, Jodchlorür,Jodum chloratum, JC1, entsteht, wenn man Chlorgas über Jod leitet.Waltet das Jod* vor, so bildet es eine dickliche braune, nach Chlor undJod riechende Flüssigkeit. Sie ist in Dampfform bei Augenleiden em-pfohlen worden. Das reine Jodchlorid, Jodsuperchlorür, JC1 3 , ist einefeste gelbe Substanz. Das reine Jodchlorür wird dadurch gewonnen,dass man 1 Th. Jod mit 4 Th. chlorsaurem Kali gemischt destillirt. UnterEntwickelung von Sauerstoff geht das Chlorür als eine gelbröthlicheölige saure und stechend riechende Flüssigkeit über. Es ist in Wasser,Weingeist und Aether löslich. In der Retorte restiren jodsaures undüberchlorsaures Kali. Bromjod, Jodbromid, Jodum bromatum, JBr 3 ,stellt man dadurch her, dass man 1 Th. Jod in 4 Th Wasser zertheilt,2 Th. Brom zumischt und nach dem Durchschütteln so viel Wasser zu-setzt, dass das Ganze60 Th. beträgt. Die Brom- wie die Chlorverbindungwird in der Photographie gebraucht. Die Verbindungen des Jods mitMetallen werden Jodmetalle genannt und als Jodüre und Jodide unter-schieden, je nachdem die Verbindung dem Oxydul oder dem Oxyde des-selben Metalls entspricht. Ein in der Medicin gebrauchtes Jodmetall istz. B. das Jodnatrium, Natrium jodatum. Dasselbe krystallisirt infarblosen rhomboidalen platten Prismen, wird an der Luft feucht undist leicht löslich in Wasser und Weingeist. Es wird auf ähnliche Weisewie das Jodkalium (s. d.) bereitet.

Zu verschiedenen organischen Stoffen hat das Jod eine sehr starkeVerwandtschaft z. B. zum Stärkemehl, mit welchem es eine tiefblauvio-lette Verbindung eingeht. S. Ämylum jodatum Bd. 1. S. 540. Die Jod-gerbsäure, Acidum jodotannicum, Jodotanninum, ist eine Verbindungvon Jod und Gerbsäure. Zu ihrer Darstellung werden 1 Th Jod mit 2Th. Tannin zusammengerieben und in 50 Th. Wasser gelöst Sie reagirtnicht auf Stärkemehl. Diese Lösung vermag noch 7 bis 8 Th. Jod auf-zulösen {Acidum jodotannicum jodatum). Ueber J od oform , Jodofor-mum s. unter Chloroform. Jodcyan, CyJ, womit Jod häufig verunrei-nigt ist, bildet im sublimirten Zustande farblose, seidenglänzende, bieg-same, zarte Nadeln von höchst beissendem Geschmack. Bei gewöhnli-cher Temperatur ist es schon flüchtig, in kaltem Wasser schwer, leichtin Weingeist und Aether löslich. Es sublimirt bei niederer Temperaturals Jod. Der sogenannte Jodstickstoff ist eine Verbindung des Jodsmit Imid, also Jodimid, NH,J 2 , und bildet ein schwarzes Pulver, welchesbei der leisesten Berührung heftig explodirt. Es erzeugt sich bei Ein-wirkung von Jod auf überschüssige Aetzammonflüssigkeit. Eine werth-volle Jodverbindung ist das Jodäthyl, Jodäther, Jodwasserstoffälher,