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2 (1857)
Entstehung
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129
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Zimmt-, Nelken-, und Sassafrasöl). Um das Jod aus Lösungen, welchekeine Anwendung finden, abzuscheiden und wieder nutzbar zu machen,fällt man es als Kupferjodür (CuM=s 189,4). Zu dem Zwecke setztman der Jodnietalllösung unter Umrühren eine Lösung aus 1 Th. KupferVitriol iCuO,S0 3 ~j-Aq) und 1\ Th. Eisenvitriol (FeO,S0 3 -j- Aq ) zu. Dergelblichweisse Niederschlag ist Kupferjodür, und in Wasser schwer löslich.Man sammelt ihn auf ein Filter, trocknet ihn und scheidet entweder dasJod durch Zusatz von Braunstein und Schwefelsäure auf dem Wege derDestillation ab, oder man entzieht ihm das Jod mittelst Kalilauge. Stattdes Eisenvitriols kann man auch schweflige Saure nehmen Den'Pro-cess im ersten Falle versinnlieht folgende Formelslellung: 2(CuO,S0 3 )und 2(FeO,S0 3 ) mit KaJ bilden Cu 2 J und KaO.SO 3 und Fe 2 0 3 ,3S0 3 ; imletzteren Falle 2,ChO,SO b ) und SO- und KaJ bilden Cu 2 J und KaO,+3S0 3 .Die Mitwirkung des Eisenvitriols oder der schwefligen Säure ist nöthig,um das Kupferoxyd bis zu Kupferoxydul zu desoxydiren, weil keine deinOxyd entsprechende Verbindung des Jods mit Kupfer existirt. Aus einerKupferoxydverbindung versetzt mit Jodkalium fällt z B. Kupferjodür undJod. 2(CuO,S0 3 ) und 2KaJ geben 2,KaO,S0 3 ) nebst Cu 2 J und J. Ge-bräuchliche Reaktionen auf Jod sind Th I S 184 unter Jodwasserstoff an-geführt. Neuerdings ist ein Verfahren durch Otto und einige französi-sche Chemikern bekannt geworden, das Jod zu entdecken, indem mandie zu prüfende Flüssigkeit mit salpetrigsaurem Kali (oder starkrauchenderrother Salpetersäure), etwas konc Schwefelsäure und Chloroform versetzt.Das Chloroform nimmt das sich abscheidende Jod auf und setzt sichmit violetter oder rother Farbe ab. Die Probe mit Stärke (S Th LS. 184)ist bei Abwesenheit von Chlormetallen übrigens empfindlicher Dieselässt sich dahin abändern, dass man die zu prüfende Flüssigkeit mitSalpetersäure mischt und den Tiegel mit seinem Deckel, dessen innereFläche mit etwas Stärkemehlkleister bestrichen ist, schliesst und beiSeite stellt. Bei Gegenwart von Jod wird der Stärkekleister hell bis dun-kelviolett oder blau gefärbt. Das Jod in vielen organischen Verbindun-gen, in welchen es z. B. Wasserstoff substituirt, in Jodäther und ähn-lichen Körpern lässt sich nur nach Zerstörung der organischen Verbin-dung selbst mit den angegebenen Reagentien nachweisen.

Das Jod ist ein Haloid oder Halogen (s. S 18 it. 3'2) und einfacherKörper, welcher zum Sauerstoff wenig Verwandtschaft hat und sich auchnicht im Sauerstoff verbrennen lässt. Auf indirektem Wege lässt es sichjedoch mit dem Sauerstoff verbinden und bildet damit Jodsäure JO 5und Ueberj odsä u re JO 7 . Mit Wasserstoff bildet es ein farbloses Gas,die Jodwasserstoffsäure.

Wässrige Jod Wasserstoff säure, Hydriodsäure, Acidum hy-drojodicum s hydrojodalum, HJ=127, wird dargestellt, indem man durchWasser, welches suspendirtes Jod enthält, so lange Schwefelwasserstoffstreichen lässt, bis die Anfangs braune Flüssigkeit entfärbt erscheintDurch Erwärmen der Flüssigkeit und Filtration wird sie vom Schwefel-wasserstoff und dem ausgeschiedenen Schwefel befreit. J und HS bil-den HJ und S. Diese Säure hat einen sauren Geschmack und Geruch,ist flüchtig und zersetzt sich unter dem Einflüsse des atmosphärischenHager. Kommentar Bd. II. 9