— 127 -
V
dukte aus dem Varek werden theils gereinigt, theils ungereinigt für tech-nische und landwirtschaftliche Zweeke verwerthet. In Frankreich ver-arbeitet man allein jährlich 6 Mill. Pfd Varek und erhält daraus 600,000Pfd schwefeis. Kali, 700,000 Pfd Chlorkalium, 900,000 Pfd Kochsalz, 7000Pfd Jod, 500 Pfd Brom und dann die Aschenrückstände In einigenSchottländischen Fabriken wird die Mutterlauge aus der Verarbeitung desKelps mit Mangansuperoxyd und Schwefelsäure vermischt, in bleiernenDestillirblasen erhitzt und das freiwerdende Jod in einer Reihe in einan-der mündender bauchig erweiterter Glascylinder aufgefangen. Der Pro-cess besteht hier darin , dass die Schwefelsäure Jodwasserstoff undChlorwasserstoff freimacht und der Sauerstoff des Mangansuperoxyds,sich mit dem Wasserstoff dieser Verbindungen vereinigend und Wasserbildend, zuerst das Jod, dann das Chlor abscheidet. Das Chlor wirktauf die etwa noch unzersetzten Jodmetalle und scheidet Jod ab DieBildung von zu vielem Chlor wird hier vorsichtig vermieden, weil die-ses in die Vorlage mit übergeht und Chlorjod erzeugt,
In den Preiskouranten der Droguisten findet man gemein-lich ein unreines Jod [Jodum s. Jodum Anglicum) und ein ge-reinigtes oder bestes sublimirtes (Jodum sublimatum raffinatums. Optimum s. depuratuni) aufgeführt. Das. unreine ist dasjenige,welches aus den Jodfabriken Englands und Frankreichs direktbezogen wird. Es besteht dasselbe aus unansehnlicheren krüm-lichen Krystallen und enthält oft entweder in betrügerischerWeise zugesetzt: Holzkohle, Steinkohle, Graphit, Schiefer,Braunstein, Thon, Sand, Chlormagnesium, Schwefelantimon,Bleiglanz (Schwefelblei), oder in Folge der Bereitungsart: Was-ser, Chlorjod, Cyanjod. Der Wassergehalt kann bis zu 10Proc. betragen, ohne dass er durch Gesiebt und Gefühl wahr-zunehmen ist. Um denselben zu bestimmen werden in ein ta-rirtes kleines porcellanenes Abdampfschälchen 25 Gran Jodgenau mit 75 Gran reinem Quecksilber und einigen TropfenWasser mittelst eines Pistills zusammengerieben, dann in ge-linder Wärme im Wasserbade (bei 40° C.) getrocknet und nungewogen. Der durch das Austrocken entstandene Verlust mit4 multiplicirt giebt in Procenten den Wassergehalt des Jods an.Das Französische Jod ist gewöhnlich trockner und reiner alsdas Englische. Chlorjod entdeckt man, wenn man Jod, Was-ser und gepulv. Eisen mischt, dann das Eisen mit kohlens.Kali fällt, die Flüssigkeit abfiltrirt, mit Essigsäure schwach an-säuert, hierauf mit einer Lösung des salpetersauren Palladium-oxyduls das Jod als Palladiumjodür (PdJ= 179,3) fällt und dannaus dem Filtrate das Chlor mittelst Silbernitrat als Chlorsilberabscheidet. Cyanjod, welches wahrscheinlich daher rührt, dass