Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
118
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

- 118

Präparats erblicken und welche das schwarze Schwefelqueck-silber (amorphes) für eben so unwirksam halten, wie das rotheSchwefelquecksilber, den Zinnober. Beim Zusammenreiben desQuecksilbers mit dem Schwefel feuchtet man mit heissem Was-ser an und setzt hin und wieder einige Tropfen Schwefelam-monium [Liquor Ammonii siilphurati) hinzu. Kürzer und leich-ter wird die Arbeit, wenn man in eine starke Flasche, welcheungefähr 12 Unz. Wasser fassen kann, 3 Unz. Quecksilber, 3Unz. gewaschene Schwefelblumen , oder besser präcipitirtenSchwefel, 5 Unz. destill. Wasser und 6 Drachm. Liquor Amm.hydrosulph. giebt, die Flasche zupfropft und tektirt und dasGemisch dann öfters am Tage durcheinanderschüttelt. Nacheinigen Tagen wäscht man das Gemisch mit etwas Wasser ab,trocknet es in gelinder Wärme und zerreibt es im Mörser. Dasauf diese Weise mit Schwefelblumen dargestellte Präparat istein etwas weniger feines Pulver als das durch Reiben dargestellte.Der Quecksilbermohr ist ein schweres schwarzes odergraubräunlich schwarzes, geruch - und geschmackloses Pulver,welches weder in Wasser noch in reiner Chlorwasserstoffsäurelöslich ist oder an diese Lösliches abgiebt, beim Erhitzen an derLuft mit blauer Flamme brennt und unter Bildung von Däm-pfen schwefliger Säure sich völlig verflüchtigt. Seine gutenEigenschaften ergeben sich zuvörderst aus dem Vorhandenseinder soeben erwiihnten Eigenschaften. Auf Papier glatt unddünn ausgestrichen und mit einer Loupe betrachtet dürfen sichkeine Quecksilberkügelchen wahrnehmen lassen.

Das Quecksilber verbindet sich in 2 Verhältnissen mit dem Schwe-fel. Q uecksil bersulfür , einfach Schwefelquecksilber, entsprichtseiner Zusammensetzung; nach dem Quecksilberoxydul. Seine FormelislHg 2 S. Aeq.-Gew. 208. Es besteht aus 92,6 Quecksilber und 7,4 Schwe-fel. Beim Erhitzen zerfällt es in metallisches Quecksilber und Queck-silberbisulfurat. Man erhält es, wenn man SchwefelwasserstofTgas in eineQuecksilberoxydullösung leitet und den schwarzen Niederschlag überSchwefelsäure trocknet. Quecksilbersulfid, zweifach Schwefel-quecksilber, entspricht dem Quecksilberoxyde. Seine Formel ist HgS.Aeq.-Gew. 108. Es besteht aus 86,3 Quecksilber und 13,7 Schwefel. Eswird gebildet beim anhaltenden Zusammenreiben oder Zusammenschmel-zen von Quecksilber und Schwefel, oder beim Hindurchleiten von Schwe-felwasserstoff durch Quecksilberoxydlösungen oder durch Schütteln derLösungen von Schwefelalkalien mit Quecksilber. Es ist ein schwarzes Pul-ver, welches sublimirt den rothen Zinnober darstellt (s. Cinnabaris). DieseSehwefelung-sstufe ist weder in Chlorwasserstoffsäure noch Salpetersäurelöslich, wohl aber in Königswasser.