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2 (1857)
Entstehung
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29
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Diese Pflanze wächst überall bei uns an Mauern, Zäunenund auf Schutthaufen. Sie lässt keine Verwechselung zu, dasie sich durch ihren gelben Milchsaft, der aus allen Thei-len der Pflanze beim Verletzen und Zerbrechen herausdringt,hinreichend unterscheidet. Ende April und Mai, in welcherZeit sie in die Blüthe schiesst, wird sie gesammelt. Theilswird der Saft derselben in kleinen Mengen den Kräutersäftenzugesetzt, tlieils zu Extrakt verarbeitet. Durch das Trocknenverliert sie ihre Wirkung. Das frische Kraut enthält 25° Proc.Milchsaft und verliert beim Trocknen 80 Proc.

Neben Pflanzenei weiss, extraktiven gummösen, süssen extraktivenund harzigen Stoffen, vielen pflanzensauren, Salpeters., salzs , Schwefels.Kali-, Kalk- und Bittererde-Salzen enthält der Saft des Schöllkrautes:Chelidonin, Chelerythrin, Chelidoxanthin. Chelidonsäure. Chelidoninist ein stickstoffhaltiger alkaloidischer bitterer Stoff, welcher in farblo-sen, glänzenden tafelförmigen Krystallen anschiesst. Es ist in Wasser un-löslich, in Aether und Weingeist löslich, schmilzt in der Wärme wieWachs und giebt mit den Säuren farblose Salze. Es ist nicht giftig. DasChelerythrin (Pyrrhopin), C 36 H 16 N0 8 , ist gleichfalls alkaloidischerNatur und bildet mit den Säuren orangenrothe Salze. Es ist unlöslichin Wasser und Aether, löslich in wasserfreiem Weingeist. Die Lösungist gelblich, schmeckt brennend scharf und setzt beim Verdunsten war-zige Krystalle ab. Diese schmelzen bei 65° wie Wachs. Aus seinenSalzen wird es durch Aetzammon in grauweissen käsigen Flocken ab-geschieden. Es ist ein narkotisches Gift. Chelidoxanthin ist dergelbe Farbestoff des Schöllkrautes Es bildet eine gelbe spröde pulve-risirbare Masse von bitterem Geschmack. Es ist leicht löslich in ko-chendem Wasser, und setzt sich daraus beim Erkalten in Form krystal-linischer Hinnen ab. In Aether ist es unlöslich, in wasserfreiem Wein-geist wenig löslich. Säuren und Alkalien ändern seine Farbe nicht.Tannin fällt es. Die Chelidonsäure bildet farblose seidenglänzendeNadeln und enthält dann 2 Aeq. Wasser v C ,4 H 2 O ,0 -}-2HO). Polcx, Probst,Lerch haben diese Stoffe gefunden und dargestellt.

Tinctura Chelidonii Hademacheri ist eine filtrirte Mischunaaus gleichen Th. frischem Safte desSchöllkrautes und höchstrekt. Weingeist,oder eine filtrirte Lösung von 1 Th. Extrakt (n. Ph. Bor.) in 5 Th. Was-ser und 6 Th. Weingeist.

Herba Chenopodii ambrosioidis.

Herba Botryos Mexicanae; Chenopode, The d' Espagne, de Mexi-que; Mexican Goosefoot; Mexikanisches Traubenkraut, Jesuiter-

thee, Karthäuserthee.

Pll. ISor. Das blühende Kraut mit lanzettförmigen, am Grunde

schmälerzulaufenden, spitzen, weif lauf Hg gesühnten, glatten

scharfen Blättern, von eigentümlichem scharfen Gerüche.

Es ist eine Mexikanische Pflanze, welche jetzt im westlichen