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860 I^ic^uor ^mmonii caustici — muriaticiI^iciuol- ^nunonii osuztici. Aetzammoniakstüssigkeit.
Die zum Geblauch als Reagens bestimmte Aetzammoniakflüssigkeitwirdam besten nach der zweiten von unserer Pharmakopoe gegebenen Vorschriftbereitet, und damit sie die erfoderliche Reinheit besitze, wird das Ammoniak-gas erst gewaschen, ehe es von dem in der dritten Flasche enthaltenen de-stillirten Wasser aufgenommen wird. Hierzu wird man sich am besten derWoulf'schen Flaschen bedienen. Das in der letzten Flasche enthaltene, nachBeendigung der Operation mit Ammoniakgas gesättigte destillirce Wafferist die zu Prüfungen anzuwendende Aetzammoniakffüssigkeit.
Das Aetzammonial dient zur Abschcidnng mehrerer in demselben un-auflöslicher Erden und Metolloryde von andern, die entweder in einemUeberschusse desselben auflöslich sind, oder durch das Ammoniak aus ih-rer Verbindung gar nicht abgetrennt werden, wenn sie sich in einer Auf-lösung vereinigt befinden. So werden auf diese Weise das Eisenoryd unddie Thonerde von dem Baryt, Strontian, Kalk, ferner vom Zinkorot),Kupferoryd, die in Aetzammonial aufiöslich sind, geschieden und nieder-geschlagen.' Vorzüglich dient das Aetzammonial zur Entdeckung des Kupfer-oivds durch die lazurblaue Farbe, welche die Kupferauflösung annimmt,wenn Ammoniak im Ueberschusse zugesetzt wird, das den zuerst entstande-nen Niederschlag wieder auflöst, oder bei sehr großer Verdünnung derKupferaufiösung ohne vorhergegangenen Niederschlag die blaue Farbe so-gleich hervorruft. Doch steht es an Empfindlichkeit andern Neagentienauf Kupfer nach, da die Grenze, bei welcher die blaue Farbe eben nocherkennbar ist, schon bei einer 5«00fochen Verdünnung der Auflösung desschwefelsauren Knvferorpds eintritt. Ein sehr empfindliches Reagens istdas Aetzammonial, um das Quectsilberorydul in Auflösungen zu entdecken,das umgekehrt auch wieder, als salpetersaures Quecksilberoiydul, die kleinsteMenge Ammoniak anzeigt, wenn die bei der Desnllation übergehendenDämpfe in die Quecksilberauflösung geleitet werden. Das Ammoniakdient ferner zur Erkennung des aus einer Auflösung durch die Chlorwas-serstoffsäure gefällten Silbers, indem das Chlorsilber (salzsaures Silberorpd,Hornsilber), durch Ammoniak vollkommen aufgelöst wird. Auf gleiche Weisedient das Ammoniak zur Unterscheidung des Schwefelarseniks von Schwefel-ladmium; elfteres ist in Ammoniak auflöslich, letzteres darin unauflöslich.
* Liquor ^minonii mui-iatioi. SalmiakaufldslMg.
Diese findet vorzüglich ihre Anwendung zur Abscheidung der Thonerde«us ihrer Auflösung in Aetzkali (z. B. im Kali caultieo), wobei Chlorka-,ium (salzsaures Kali) entsteht, die beiden andern freigewordenen Bestand-theile aber keine Verbindung eingehen, daher denn die unauflösliche Thon-erde in Flocken niederfällt. Des Salmiaks bedient man sich auch, um dieGegcnwart einesfreien feuerbeständigen Alkalis durch den ammouialalischen