Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
527
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

l^ic^uor ^minonü causiicl

627

^

ser zusammentreten, das Ammonium aber durch den Verlust von l Dop«pelat. Wasserstoff zu Ammoniak wird, welches als ein flüchtiger Stoffübergeht. Das hierbei gebildete Wasser hat man sonst für das Krystall«wasser des Salmiaks gehalten. Betrachten wir den Salmiak als salz»saures Ammoniak, so muß die mächtigere Vase, der Kalk, die schwächereBase, das Ammoniak, verdrängen, welches überdestillirt, wogegen Kallund Chlorwasserstoffs««« zu chlorwasserstoffsaurem Kalke oder zu Chlor-calcium zusammentreten, indem der Sauerstoff der Base und der Was-serstoff der Säure Wasser bilden, welches wenigstens bei dem trocknenSalze unbezweifeit ist. Der Rückstand in der Retorte von der Destilla-tion der Aetzammoniakflüssigkeit würde also reines Chlorcolcium seyn,wenn das stöckiometrische Verhältnis; von beiden Vestandtlieilen angewen-det würde. Da man aber absichtlich zur Vermehrung der Berührungs-punkte Kalk im Überschüsse anwendet, so bleibt Chlorcalcium und Aetzkalkoder ein basisches Salz im Rückstande (vergl. c,!c«ri» muri»!!«:,).

Daß das Ammoniak nicht ein einfacher Körper, vielmehr leicht zerleg»bar sey, und daß dabei Wasserstoffgas und Stickstoffgas hervorgebracht wer-de, hat Scheele zuerst beobachtet. B e r t h 0 l l e t bestimmte später ziem-lich genau das Verhaltniß dieser beiden Gasarten, nämlich 8t,13 Stickstoffund 18,8? Wasserstoff. Die gewöhnlichste Art, das Ammoniak zu zerlegen,ist, elektrische Funken hindurch zu leiten. Durch jeden Funken wird emkleiner Theil des Gales zerlegt, und dessen Volum dadurch vermehrt; jegrößere Mengen des Gases aber zerlegt werden, desto schwieriger wird end-lich die Zerlegung, so daß vielleicht niemals das ganze Quantum in seineBestandtheile geschieden werden möchte. Man hat jedoch gefunden, daßderjenige Theil, welcher zerlegt wird, seinen Um fang ge-nau verdoppelt, so daß man z.B. aus inn Kubikzoll Ammoniakgas2NN Kubikzoll eines Gemenges erhalten hat, welches aus 15» Kubikzoll Was-serstoffgas und 5« Kubikzoll Stickstoffgas besteht, so daß demzufolge dasAmmoniak die stöckiometrische Zahl erhält?ilt^ — 2li,4?4, und hiernachberechnet aus 8l,N8 Stickstoff und 17,92 Wasserstoff besteht. Den Stick-stoff, welcher mit Sauerstoff verbunden eine der stärksten Säuren, dieSalpetersäure, bildet, sehen wir hier bei seiner Verbindung mit demWasserstoffe eine kräftige Base darstellen, also zwei in elektrisch-chemischerHinsicht ganz entgegengesetzte Körper. Diese Erscheinung wird aber keinStaunen erregen, wenn wir bedenken, daß die positiv-elektrische Kraft desWasserstoffs so mächtig ist, daß schon i l,n6Ge,pichtstheile Wasserstoff hin-reichen, um bei 88,94 Gewichtstheileu Sauerstoff, dem elektro-negativstenaller bekannten Stoffe, alle elektro-negative Reaction zu tilgen, so daß derdadurch hervorgebrachte neue Stoff, das Wasser, völlig indifferent ist. Indem so bedeutend größeren Verhältnisse von <?,92 Wasserstoff gegen 82,N5Stickstoff in Ammoniak muß also das elektwnegative Verhalten des Stick-stoffs, der hierin dem Sauerstoffe so weit nachsteht, nicht nur völlig auf-gehoben, sondern das elekcro-positive Verhalten des Wasserstoffs muß auch

)

'?'