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2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
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Verzelius giebt zur Bereitung einer sehr concentrirten Aetzammo«nialflüssigkeit folgende Vorschrift: Man mengt in einer Retorte von GI»S,Steingut oder auch von Eisen, welche tubulirt und mit einer-Sicherheits-rihre versehen ist, i Th. fein zerstoßenen Salmiak mit 2 Th. feingerie-benem ungelöschtem Kalke. Man kittet hierauf an die Retorte einen tubulir-ten Glaskolben, dessen Tubulus zu einem langen niederwärts gebogenenGlasrohre ausgezogen ist. Dieses Rohr (ahnlich der Geiger'ften Vorrich-tung) wird auf den Boden einer Flasche geführt, die zur Hälfte mit reinemdestillirtem Wasser gefüllt ist, welches während des Versuches beständig durchEis oder Schnee, oder in dessen Ermangelung mit oft wechselndem frischemQuellwaffer kalt gehalten wird. Die Oeffnung der Flasche kann man miteinem Korke verschließen, und das Robr durch diesen hindurch führen; dochdarf es nicht völlig luftdicht verschlossen werden. Die Retorte wird imSandbade einer allmälig steigenden Hitze ausgesetzt, bis beim Glühen ihresBodens keine Luftblasen mehr durch das Rohr in die Flasche getrieben wer-den. Das Ammoniakgas führt anfangs die im Desttllirapparate befindlicheatmosphärische Luft mit sich fort, dabei geht gewöhnlich etwas Ammoniak»gas verloren, allein das meiste wird vom Waffer aufgenommen. In derFolge vermindern sich die durch das Wasser in der Flasche aufsteigendenLuftblasen in demselben Verhältnisse, wie die dem Gase beigemengte «t»mosphärischeLuft abnimmt, und endlich werden sie mit einem eignen Schallevom Wasser eingesogen; dessen ungeachtet bleibt gewöhnlich noch ein Mini-mum von atmosphärischer Luft zurück, welches beim Einsaugen einer jedenGasblase auf die Oberfläche des Wassers steigt. Die Flasche wird dabeiwarm, und es würde ein Theil des vom Wasser aufgenommenen Ammo-niakgases wieder verdunsten, wenn sie nicht fortdauernd abgekühlt würde.Je kalter man sie halten kann, desto mehr Ammoniakgas kann das Wasserdann aufnehmen. Zuletzt fangen die Gasblasen an, durch die Flüssigkeitdurchzugehen, ohne absorbirt zu werden. Das Wasser ist nun gesättigt,und ziemlich um die Hälfte seines Volumens ausgedehnt. Man wechselt nundie Flasche mit einer andern. Ein Pfund Salmiak giebt soviel Ammoniak,daß ungefähr Z Pfund eiskaltes Waffer davon bis zum höchsten Grade ge-sättigt werde». Der Salmiak kann demnach auch von dem trocknen Kalkezerlegt werden, aber es wird dann, wie wir gesehen habe», eine weit grö-ßere Hitze, die bis zum Glühen des Retortenbodens gesteigert werden muß,erfodert, wodurch das Destillat bisweilen einen brenzlichen Geruch erhält.In allen diesen Fällen wird der Salmiak durch den Kalk zersetzt. Se-hen wir mit Verzelius den Salmiak als aus Chlor und Ammoniumdestehend, als Chlorammonium, an, so strebt das metallische Radical derKallerde, das Calcium, vermöge größeren elektrischen Gegensatzes, vermögestärkerer chemischer Verwandtschaft, sich mit dem Chlor zu verbinden. Da-mit aber diesem Streben Genüge geschehen könne, muß der Kalk seinenSauerstoff abtreten, welches dadurch begünstigt wird, daß das Ammonium» Dvppclat. Wasserstoff abgiebt, so daß Sauerstoff und Wasserstoff zu Was-