6a« ^oiäi, cardonici
^i5
der Kohle oder kohlenstoffhaltiger Substanzen bei hinreichendem Zutritteder atmosphärischen Luft oder des reinen Sauerstoffgases.
ZurDarstellung des kohlensauren Gases schreibt nun auch unsere Phar-makopoe den anerkannt wohlfeilsten Weg dazu vor, nämlich Kreide, d. h.kohlensauren Kalk, mit verdünnter Schwefelsäure zu übergießen. Am zweck-mäßigsten bedient man sich hierzu einer sogenannten Entbindnngsflasche.Dieselbe hält an einer ober« Seitenöffnung eine mittelst eines Korkes luft-dicht eingepaßte Leitungsrohre, oben ist sie mit einem luftdicht eingeschliffe»nen Trichter versehen, der in seinem untern engern Theile mit einem einge»schliffenen langen Glasstöpsel versehen ist. Bisweilen endigt sich der Trich-ter in eine beinahe bis auf den Boden der Flasche reichende und hier etwaskrumm gebogene Röhre, so daß dieselbe zugleich dazu benutzt werden kann,um die Mischung in der Flasche umzurühren. Nachdem nun eine solcheEntbindungsflasche mit der pneumatischen Wanne in Verbindung gesetztworden, bringt man das Kleidepulver in dieselbe, gießt in den Trichter dieSäure, und läßt diese durch Herausziehen des über die Säure hinausragen-den Glasstöpsels auf das Pulver fallen, wodurch sogleich bedeutende Gosent«Wickelung hervorgerufen wird, indem die Schwefelsäure sich mit dem Kalkeverbindet, und schwefelsauren Kalk, Gyvs, bildet. Der Gyps ist aber einschweres, schwer cmfiösliches Salz, welches sich dem noch unzersetzten koh-lensauren Kalke beimischt, und ihn bedeckt, so daß die frisch zugelasseneSäure nicht zu diesem gelangen kann, wenn die Mischung nicht von Zeitzu Zeit mit einem Glasstabe oder mit der vom Trichter aus verlängertenGlasröhre umgerührt wird. Diesem Uebelstande begegnet man, wenn manstatt der Schwefelsäure die Chlorwasserstoffsaure anwendet, indem der danngebildete falzsaure Kalk (Chlorealclum) ein in Wasser sehr leicht auflöslicheSSalz ist, wobei die Kosten um etwas erhöht werden.
Die Kohlensäure ist ein farbloses Gas, welches beträchtlich schwererals die atmosphärische Luft ist; ihr spec. Gew. beträgt nämlich gegen dasder atmosphärischenLuft uach Nerze lius undDulong —1,524. DasGas hat einen unbestimmt sauren stechenden Geruch, wie gahrendesBier,einen sauren etwas zusammenziehenden Geschmack. Es ist weder selbst brenn-bar, noch kann es das Verbrennen anderer Körper unterhalten; es verlöschtdaher das Feuer und erstickt die Thicre, daher man ein in ein Glas gestell-tes brennendes Licht auslöschen und ein in demselben befindliches kleinesThierchen tödten kann, wenn man kohlensaures Gas aus einer weitmündi-gen Flasche in das Glas gießt, wobei nämlich das schwere kohlensaure Gasauf den Boden des Glases fällt, die atmosphärische Luft im ersten Augen-blicke verdrängt (mit der es bald nachher sich mischt), und seine Wirkungen«ußert. Keücr, in denen sich große Quantitäten gährendcr Flüssigkeitenbefinden, dürfen daher nur mit großer Vorsicht betreten werden. Das Gasröthet Lackmus; doch verschwindet die Nöthe wieder, sowie das Gas ver-fliegt. Der Kohlensäure kann ihr gasförmiger Zustand durch starken Druckgenommen werden; nach F « radap's Versuchen kann sie bei einem Drucke
/
>