Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
336
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

536

Oupruui sul^liuriculn

therbereitung benutzen kann, in einer gläsernen Retorte ins Sandbadgebracht werden, wobei man jedoch leine zu starke Hitze anwenden darf.Sogleich bei der Einwirkung der Säure auf das Kupfer entwickeln sichschwefligsaure Dämpfe/ die bis zu Ende des Procefses immer mehr zu-nehmen, und welche man durch das in einer unlmirt angebrachtenVorlage befindliche Wasser zu verdichten suckt. Das metallische Kupferkann nämlich mit der Schwefelsäure keine Verbindung eingehen, sondernnur das orydirte Kupfer. Da nun das Kupfer selbst unter Mitwirkungder Schwefelsäure nicht das Wasser zu zersetzen vermag, so muß dieSäure selbst den zur Orydation des Kupfers erfoderlichen Sauerstoffhergeben, wodurch ein Theil derselben zersetzt wird, der als schwefligeSaline bei der angewandten Wärme entweicht; der unzersetzte Theil derSchwefelsäure verbindet sich aber nun mit dem orydirten Kupfer zuschwefelsaurem Kupferorpde, daher denn die Schwefelsäure in dem an-gegebenen Uebermaße angewandt werden muß. Die Erhitzung wird solange fortgesetzt, bis die Masse in der Netorte völlig trocken gewordenist, wo sie eine schmutzigweiße Masse bildet. Diese wird zerrieben, inheißem destillirtem Wasser aufgelöst, die blaue Auflösung silttnt, undzur Krystallisation gebracht.

Das schwefelsaure Kupfer schießt in schön blau gefärbten rhomboidalenKrystallen an; das specifische Gewicht derselben ist 2,! 943. Es hat ei-nen herben widerlichen Metallgeschmack, röthet Lackmus, und beschlägt ander Lust mit einem weißgrünlichen Pulver. Ueber die Löslichkeit diesesSalzes, die gewöhnlich in der Art angegeben wird, daß es 4 Th. kaltesund 2 Th. heißes Wasser zur Auslösung erfodere, haben Brandes undGrüner (Trommsd. N. I. XII. 5. 1826. S, 92.) genaue Versuche an-gestellt und gezeigt, daß die Löslichkeit des krystallisirtcn schwefelsauren Ku-pferoryds in Wasser bei verschiedenen Temperaturgraden nicht um gleicheGroßen mit den steigenden Temperaturen wachse, sondern mehrfache Oscil-lalionen darbiete, i Th. Wasser nimmt bei l5 ° R. 0,37, bei 25 ° R.o,54, bei 30 ° o,59 , bei 4« ° 0,87, bei 5» ° o,?8, bei Lo ° o,92, bei7« ° 1,29, bei 80 ° l,8l und bei 83 ° N-, dem Siedepunkte der concen,trirtesten Lösung, 2,09 krystallisirtes schwefelsaures Kupferoryd auf. InWeingeist ist es unauflöslich. Das Salz verliert bei mäßiger Erwärmungsein Krpstallwasser, ohne zu fließen, und wird dann wasserfreies schwefel-saures Kupferoryd. In heftiger Glühhitze wird es zerstört; es entweichtSchwefelsäure, Sauerstoffgas und schweflige Säure, und schwarzes Kupfer-oryd bleibt zurück. Setzt man zu der Auflösung des Salzesein wenig Ach-lali, so schlägt sich basisch schwefelsaures Kupferoryd als ein hellgrünes vo-luminöses Pulver nieder; setzt man aber Aetzkalilauge in überschüssiger M.'ngehinzu, so erscheint ein schöner bergblauer Niederschlag, der Kupferorvdhy-drat ist. Das krpstallisirte Salz ist zusammengesetzt aus 1 At. Kupferoryd,1 «lt. Schwefelsäure und 5 At. Wasser, ^u8-l> 1559,255, undenthält hiernach in 100 Th.: Kupferoryd 31,79; Schwefelsäure 22,11;