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Döbereiner Hot den Chlorkalk als ein vorzügliches Mittel, umden Kornbranntwein zu reinigen, empfohlen. Man nimmt ! LothChlorkalk auf 5z Pott (a 16 Unzen) Kornbranntwein, den man mitWasser angerieben demselben zusetzt. Man läßt die Mischung 16 — 20Stunden stehen, dcstillirt sie dann wie gewöhnlich, und erhalt so einenganz fuselfreien Weingeist. Nach Finch am ist der Chlorkalk auch einsehr wirksames Mittel, um das brennbare Gas in den Bergwerken zuzerstören (indem das entweichende Chlor sich des Wasserstoffgases bemäch-tigt , und damit Chlorwafferstoffsäure bildet. D).
Man gebraucht den Chlorkalk ferner, so wie das Chlor, zur Vernich-tung schädlicher Miasmen, und inKrankcusälen, die nickt geräumt werdenkönnen, wird der Chlorkalk vor dem Cblorgas den Vorzug verdienen. DieZersetzung geschieht nämlich durch das vorhandene kohlensaure Gas nur lang-sam, das allmälig entweichende Chlor wird daher auch weniger schädlich aufdie thierische Oekonomie wirken, und doch durch die lange ausdauernde Wir-kung die Miasmen zerstören. Wird vorher der Luft die Kohlensäure entzo-gen, so findet feine Zersetzung des Chlorkalks statt, und die Luft behältden faulen Geruch. Sef ström hat ein Gemenge des Chlorkalks mit sau-rem schwefelsaurem Kali als ein vortreffliches Räucherungsmittel bei an-steckenden Seuchen empfohlen. Labarraque ha! diese Chlorverbindungsehr bewährt gefunden, um den üblen Geruch aus den Zimmern bei Rei-nigung der Cloaken zu ersticken; ja der Unrath selbst, damit besprengt,verlor seinen üblen Geruch, das Chlor zerstört nämlich das Schwefel-wasserstoffgas, indem es dem Wasserstoffgas den Schwefel entzieht. La-barraque hat sowo,'l diese Verbindung als auch das Chlorsodium zurReinigung der Ställe empfohlen, um mit der Auflösung alle Theile der-selben mit einer Bürste zu überstreichen, und zur Zeit einer Viehseuchesoll der Stall früh und Abends mit der Auflösung besprengt werden.Auck kann man das geheilte Vieh mit der Auflösung waschen, ehe manes zu dem gesunden bringt.
Große Wirksamkeit zeigt der Chlorkalk ferner, um die Fäulniß derLeichen aufzuhalten, so daß der Gebrauch desselben in Paris bereits inder Morgue, wo die Leichen der unbekannten Verunglückten ausgestelltwerden, eingeführt ist. Die Leichen werden mit der Auflösung des Chlor-kalks (aus ä Pfund Chlorkalk in6n-8<> Pfunden Wasser) aus einer Gieß-kanne begossen, oder es werden damit angefeuchtete Lücher umgeschlagen,wo sich die antiseptische Wirkung bis zum Erstaunen groß zeigt. Auchbei Leichensectionen ist dieses Verfahren, welches die Umgebungen gegendie oft lästige Fäulniß schützt, sehr zu empfehlen, um so mehr, als esnach den gemachten Erfahrungen sogar allen Geruch von den schon involler Fäulniß sich befindenden Leichen wegnimmt, so daß selbst bei solchenLeichen die Obductionen ohne Gefahr und Beschwerde vorgenommen werdenkönnen. Zur Abhaltung der Fäulniß von den Gedärmen, aus denen Darm-saiten verfertigt werden sollen, leistet der Chlorkalk gleichfalls gute Diensie.