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Calcium reducirt werde, um sich mit dem Chlor zu Chlorcalcium ver-binden zu können, welches wir als einen chemlsch und innig verbundenenKörper kennen. Hier soll sich nun das orpdirte Calcium, die Kalkerde,mit dem einfachen Chlor verbinden, und so den Chlorkalk darstellen.Dieser Widerspruch läßt sich vielleicht heben, wenn wir erwägen, daß,wie bereits erwähnt worden ist, das Chlorgas von dem gevulverien Aetz-katte gar nicht, sondern nur von dem zu Staub zerfallenen Kalkhydrateaufgenommen werde, daß also das Wasser das eigentlich Bedingende sey,durch dessen Vermittelung allein die Verbindung zwischen Chlor undCal-ciumoryd bewirkt werden kann. Indem das Waffer, welches Chlorgaseben so wie andere Gasarten in sich aufzunehmen vermag, sich mit demKalk zu Kalkhydrat verbindet, und den Kalk dadurch in einen porösenKörper verwandelt, wird es selbst so fein zertheilt, daß es in dieser che-mischen Verbindung mit dem Kalke die Aufsaugung des Cblorgases ineinem ihm selbst entsprechenden Verhältnisse vermittelt, wodurch einescheinbar chemische Verbindung zwischen Chlor und Kalk hervorgebrachtwird, und man kann sich vorstellen) daß hier das Chlor eine ähnlicheVerbindung mit dem Wasser eingehe, wie die von Faradn» entdecktekrystallisirte Verbindung von Chlor und Wasser ist. Das auf diese Weisein die Zwischenräume des Kalkhydrats aufgenommene Chlorgas wird ent-weichen müssen, sobald eine andere Gasart, wie das kohlensaure Gas,welche mit dem Kalke eine chemische Verbindung einzugehen strebt, hin-zutritt; die Entweich«»« des Chlorgases ans dem Chlorkalk und dieBildung des kohlensauren Kalkes finden daher in gleichem Verhältnissein der atmosphärischen Luft statt. Die neueren vonLiebig (Poggend. Ann.5829. XV. S, 54t,) angestellten Untersuchungen sprechen jedoch für Ner-ze l i u s' s Ansicht, undLiebig hält seine Versuche für beweisend, daßdurch die Einwirkung des Chlors auf verschiedene Salze, als essigs., chlor-saures lc. Kali, Ehlorkalium und chlorigsaures Kali gebildet werde.
Der Chlorkalk zeigt dieselbe Wirkung »uf die Pflanzenfalben, wiedas Chlor, daher er als Vleickpulver eine ausgedehnte Anwendung inden Gewerben findet, und die Güte des Vleichpulvecs wird nach derMenge einer bestimmten schwefelsauren Indigoauflösung, welche dadurchentfärbt wird, gemessen; sicherer aber durch die Menge des vermittelstSalzsäure entwickelten Ehlora,ases (1. Td. S. 575,). Cr wird auch zurDarstellung der weißen Zeichnungen auf den türkischroth gefärbten Jeu-chen angewendet. In diesem Zwecke wird der rothgefärbte Stoff mitWeinsteinsäure oder mit saurem schwefelsaurem Kali bedruckt, und dannin eine Auflösung des Bleichpulvers in Wasser eingetaucht. Die mit derSäure bedruckten Stellen erscheinen nach wenigen Minuten weiß, indemsie durch das dort mittelst der Säure entwickelte Chlor gebleicht werden.Man kann sich auch des Vleichpuluers in Haushaltungen zum Bleichenim Kleinen bedienen, z. B. um Obst-, Wein- und andere Flecke ausi^emen- oder Baumwollenzeuch herauszubringen.
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