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fest verstopften Gefäßen an einem dunkeln Orte aufbewahrt werden, weiles sowohl von der Luft als vom Lichte zersetzt wird.
Ueber die chemische Beschaffenheit des Chlorkalks herrschen noch sehrabweichende Ansichten. Berzelius (Lehrb. d. Cbem, III. S. 6!«.)erklärt den Chlorkalk für chlorigsaure Kalkerde, dadurch gebildet, daßdas einströmende Chlorgas einen Theil der Kalkerde desorydnt, um sichmit dem Calcium zu CHIorcalcium verbinden zu tonnen, wogegen dervon der Kalkerde abgeschiedene Sauerstoff mit dem Chlor chlorige Säurebildet, welche sich mit der Kalkerde zu chlorigsaurer Kalkerde vereinigt.Die Erfahrungen anderer Chemiker stehen mit dieser Ansicht nicht imEinklänge, vielmehr scheinen sie dafür zu sprechen, daß das Chlor alssolches von dem Kalkhpdrat aufgenommen, und auch eben so in demsel-ben Zustande wieder ausgeschieden werden könne. Wenn im» Gran ge-sättigtes Bleichpulver langsam steigend bis zum Glühen erhitzt werden,so entwickeln sich Zu Kubikzoll Gas, wovon das vor dem Glühen entwi-ckelte beinahe reines Chlorgas ist; beim Uebergange der Chlorgasentwi-ckelung in die Sauerstoffgasentwickelung bemerkt man den Geruch nachchloriger Saure. Von dem geglühten Pulver waren 50 Gran CHIorcal-cium, die sich in Wasser auflösten, und das übrige war Kalk. In demungeglühten Pulver bemerkte Ure keine Spur von Chlorcalnurn, denndie Auflösung wurde von salpetersaurem Silberorpde nicht gefällt; dochlöste er sich auch nie ganz im Wasser auf. Die Bildung von CHIorcalcium,chlorigsaurer und chlorsaurer Kalkerde ssndet nach Ure nur dann statt, wen»das Chlorgas in Kalkmilch hineingeleitet wird. (Ure in Schw. Jahrb. f.Chem. u. PH. V. S. 183.) Gaultier de Claubry (Vuchn. Repert.XXVI. !. S 123) leitete, um die Wirkungsart der alkalischen Chlorver-bindungen zu erproben, kohlensaures Gas in eine Auflösung des Chlorkalks,wodurch Cdlorgas entwickelt wurde, und als die Operation lange genuggedauert hatte, war alles Chlor ausgetrieben, und es hatte sich kohlensaurerKalk niedergeschlagen, was als Beweis angesehen werden kann, daß derChlorkalk dadurch zersetzt werde, daß er aus der Luft Kohlensäure anzieht,welche sich mit der Kalkerde verbindet, wobei das Chlor ausgeschieden wird.
Diesen und andern Erfahrungen zufolge wird der Chlorkalk von vielenChemikern als eine chemische Verbindung des Chlors mit der Kalkerde an-gesehen. Nach Welther nehmen nm Th. trocknen Kallerdehydrats 47,Chlorgas auf, uud die trockne Masse, welche man erhält, kann viermalihr Gewicht Wasser aufnehmen, ohne naß zu scheinen. Die trockne Massebesteht nach einer Analyse von We I ther aus 5l,5 Kalkerde, ,6,4 Wasserund 32,i Chlor, oder derjenigen Menge chloriger Säure, welche durch dieseQuantität Chlor gebildet werden kann. Wird sie in Wasser aufgelöst, sobleibt die Hälfte der Kalkerde uuaufgelöst. Nach Houttou-Labillar-diere (Geiger's Magaz. XV. S. 42.) entsteht leine solche basische Ver-bindung, wenn die Kalkerbe als ein mit Wasser völlig gesättigtes Hydratangewandt wird, sondern die Verbindung löst sich dann vollkommen in Was»