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weicht, und der Kalk bleibt im reinen ätzenden Zustande zurück. Je weni-ger der hierzu verwendete kohlensaure Kalk durch beigemengte fremdartigeSubstanzen verunreinigt war, desto reiner fällt auch der ätzende Kalk aus.Will man absolut reinen Kalk haben, so muß man sich des reinen weißenMarmors, der beiden Bildhauern abfällt, oder des isländischen Doppel-spaths bedienen. Kreide ist weniger rein, und der aus Austerschalen undandern Muscheln bereitete Kalk ist wegen seines Gehalts an phosphorsaure«Salzen nicht zu empfehlen, auch ist er bisweilen durch Schwefelcalcimn ver-unreinigt, das vom Schwefel in den thierischen Stoffen herrührt. Mankann sich auch zu diesem Zwecke einen reinen kohlensauren Kalk durch Auf-lösen der geglühten Austerschalen in Salzsäure, Fällen des phosphorsaurenKalkes durch Aetzammoniak, und Fällen des kohlensauren Kalkes durch koh-lensaures Ammoniak verschaffen. Diese Kalke werden durch lange anhalten-des Rothglühfeuer ätzend gemacht; den letzten Rest von Kohlensäure entferntman durch Anfeuchten mit Wasser, Löschen des Kalkes, und nochmaligesstarkes Glühen in einem bedeckten Platintiegel, in welchen er aber nichteingedrückt seyn muß. Auch kann man das Brennen des Kalkes in einerRetorte verrichten, wenn man Wasserdämpfe über den Kall leitet, in wel-chem Falle sich die Kohlensäure weit schneller entwickelt, und der Kalk fasteben so bald durchgebrannt wird, als im offenen Feuer. Diese Erscheinungwird nicht bloß durch die Wasserdämpfe, sondern auch durch die atmosphä-rische Lust und durch fede andere Gasart, mit Ausnahme des kohlensaurenGases, bewirkt. Die Ursache davon ist, baß das fohlensaure Gas in einerandern Oasart sich leichter verflüchtigt, als in dein kohlensauren Gase, wel-ches den Apparat anfüllt, und durch seine Trägheit oder seinen Druck derEntwickelung des übrigen entgegenwirkt.
Wenn Marmor, Kreide oder Schneckenschalen zwischen glühenden Koh-len gebrannt werden, so werden die Stücke auf der Oberfläche grau undbräunlich von der Asche, die sich daran hängt, und zuweilen mit der Kall»erde zusammenschmilzt. Diese unreine Rinde muß man abschaben, und je-des Stück entzwei brechen, weil es zuweilen der Fall ist, daß inwendig nochein unzersetzter Kern von kohlensaurer Kalkerde sitzt, der vom gebranntenabgesondert werden muß. Um dieser Verunreinigung der Kalkstücke aufih-rer Außenseite vorzubeugen, hat man vorgeschlagen, den Marmor oderKalkspath in einem bedeckten Tiegel oder in einer steinernen Retorte znbrennen. In diesem Falle wird aber eine vielfach größere Hitze zur Austrei-bung der Kohlensäure erfodert, und wenn man den Kalk zu stark zusam-mendrückt und einer zu schnellen Hitze aussetzt, so schmilzt er um den Randdes Tiegels herum, ohne seine Kohlensäure zu verlieren, und widerstehtdann noch mehr der Einwirkung des Feuers. Die Benutzung der Wasser-dämpfe begegnet diesem Uebelstande.
Die reine Kalkerde ist weiß und fühlt sich in Stücken leicht an, wie-wohl ihr spec. Gewicht 2,3 beträgt. Sie ist unschmelzbar und hat einenscharfen, fressenden Laugengeschmack, und wenn sie mit Waffer übergössen
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