Druckschrift 
2 (1833) Zusammengesetzte Mittel
Entstehung
Seite
292
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

'92

Oaloaria uzt»

"^

wird, einen eigenthümlichen Geruch, fast wie Lauge. Mit Wasser über-gössen erhitzt sie sich, zischt, als ob man Waffer auf heißen Saud göße,und zerfällt zu einem weißen voluminösen Pulver < welches das Hydrat ^erKalkcrde ist. Sogar Kalkerde, die mit Schnee zusammeugerieben wird,entwickelt Wärme. Diese entstehende Hitze müssen wir der starten Verwandt-schaft der Kalkerde zum Waffer zuschreiben, indem jederzeit, wenn starkeVerwandtschaftenzurVeremigung, starke elektrische Gegensätze zur Ausglei-chung, gelangen, mehr oder weniger Wärme frei wird. Das Kalkerochv»drat ist demnach als eine wirklich chemische Verbindung anzusehen < in wel-cher das Wasser die Stelle der Säure vertritt; daher es auch waffersaureKalkeide genannt weiden könnte. In dieser Verbindung enthalten Säureund Vase gleich viel Sauerstoff. Das Kalkerdehydrat besteht aus 7« Kalk»erde und 24 Waffer; seine stöchiometrische Zahl ist (^»tt468,498. Ue°bergießt man die Kalkerde mit mehr Wasser, als zu ihrem Ablöschen «fe-dert wird, so erhärtet sie beim Austrockne» zu einer festen zusammenhän-genden Masse; in noch größerer Menge Wasser wird das Kallerdehpdrataufgelöst und bildet das Kalkwasser.

HumphryDavy hat zuerst im Jahr iknz nachgewiesen, daß auchdie Katterde aus einem metallischen Radicale und Sauerstoff zusammenge-setzt sey'. Um das metallische Calcium zu erhalten, bedient man sich desQuecksilbers als negativen Leiters, worauf man das Hydrat der Erde legt,das mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt worden ist. In diesenBrei führt man einen Platindraht vom positiven Pole ein. Die elektrischeBatterie muß eine größere Anzahl Scheiben und eine größere Intensitäthaben, weil sonst nur das Wasser zersetzt wird. Das erhaltene Amalgambekleidet sich in der Luft augenblicklich mit einer schwarzen Rinde von Katt-erde und Quecksilverolydut. Em sehr concentrirtes Amalgam stießt nurlangsam, wie chlaNnamalgam, und überzieht sich an der Luft mit einer sodicken schwarzen Rinde, daß die Masse fest wird. Wird das Amalgam ingläsernen Gefäßen, die mit Wasserstoffgas gefüllt sind, der Destillation un-terwoifen, so geht das Quecksilber größlentheils über, und das hierdurchvom größten Theile des Quecksilbers befreite Calcium ist fest, hart, vonglänzendem, grau-, beinahe silberweißem Ansehn, entzündet sich leicht ander Luft, und verbrennt zu Kalkerde, welche demnach ein Oryd des Cal-ciums ist, und aus 71,91 metallischem Nadical und 28,09 Sauerstoff be-steht. Ihre stöchiomettische Zahl ist l>---35L,oi9.

Auch die übrigen Erden, als Baryt, Strontian, Bittererde u. f. n»sind Olyde metallischer Radicale, des Varpum, Strontium, Magniumu. s.w., wie durch Davy, Nerzeliusu. A. außer Zweifel gesetzt ist.

Die Kalkerde steht in ihren Verwandtschaften meistens dem Barnt,Strontian, Kali und Natron nach, geht aber stets dem Ammoniak undder Talkerde vor.

D>e Reinheit des Kalkes erkennt man daran, daß er sich mit Wasser