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zu befreien, und gewisse Hülfsmictel zur Veränderung der Farbe zu:zusetzen. Diese Hülfsmittel waren Arsenik, Tutia, Marcasit, Queck-silber und Schwefel. Die metallverwandelnden Mittel nannte manMedianen, und durch einen Mißverstand entstand zugleich der Be-griff, daß eben dasselbe Ding, das eine allgemein verwandelnde Kraftbesitzen sollte, auch ein allgemeines Arzneimittel gegen menschlicheKrankheiten sey; eine Thorheit zog die andre nach sich, es entstanddas Streben nach einer Universalarznei. Diese glaubte man in demGolde, welches der Zerstörung am meisten widerstand, gefunden zuhaben, und die Goldtinctur, das /Vurum pnwbilo, kam in Aus-nahme. Das Gold wurde starker gefunder Mann genannt, die un-edeln Metalle hießen Kranke. Doch kannte auch schon Geber dieSchwefelmilch, die Salpetersäure, das Königswasser, die Goldauf-lösiing, den Silbersalpeter, den Quecksilbersublimat, das rotheQuecksilberoxyd und das Frischen der Glätte u. s. w.
Europa, um diese Zeit von herumschwärmendcn barbarischenVölkern überschwemmt, war von aller Kunst und Wissenschaft ent-blößt, die auch spüter unter dem geistigen Drucke des Pfaffenthumsnicht emporkommen konnten. Die Eroberung Spaniens durch dieAraber und dieKreuMge, gegen Ende des 11. Jahrhunderts, brach-ten die Europäer mit den Arabern in Berührung, und diesen Um-stünden haben die Wissenschaften größtentheils ihre Wiederherstellungzu verdanken. Als im Jahr 1205 Consiantinopel von den Christenerobert worden war, wurde eine große Anzahl daselbst aufgesammel-ter Handschriften nach Europa gebracht und in andere Sprachenübersetzt. Um das Jahr 1230 fing Kaiser Friedrich II. an, seineAufmerksamkeit und seinen Schuh den Künsten und Wissenschaften Mzuwenden, so daß, während diese bei den im harten Kampfe mit de»Mongolen begriffenen Arabern zu sinken ansingen, die Wissenschaftenwieder in Europa heimisch wurden. Schon 1206 war die Universitätzu Paris, 1220 die medicinische Facullät in Montpellier gestiftet wor«den. Der Stein der Weifen, d. h. die Kunst Gold zu machen und dasmenschliche Leben zu verlängern, blieb jedoch alleiniger Endzweck alleschemischen Strebcns, aller chemischen Arbeiten. Die Schriftstellergebrauchten Zeichen und Charaktere, unverständliche und zweideutigeRedensarten, damit weder ihre Worte noch Schriften von Andernverstanden würden. Diese Kunst würde, wie sie sagten, nur den vonGott würdig Geachteten» welchen derName Adepten zukomme, eröffnet.