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lind erhitztes reines Eisenoxyd Wasserstoffgas streichen, so wird dar-aus das Eisen reducirt und in Form eines äusserst feinen schwarz-grauen Pulvers gewonnen. Wird dieses Eisen, nachdem man es imWasserstoff hat erkalten lassen, der Luft ausgesetzt, so entzündet essich und verbrennt zu Oxyd. Fn schwacher Glühhitze reducirt fälltdas Eisenpulver weniger locker aus und entzündet sich erst etwasunter der Glühhitze.
Eigenschaften des Eisens. Im reinen Zustande hat das ge-schmolzene Eisen eine beinahe silberweisse Farbe, ist äusserst zäheund weicher als das Staheisen. Im Bruche ist es körnig-muschligkrystallinisch. In der Rothglühhitze bilden seine Theilchen lange ku-bische oder oktaedrische Krystalle. Spec. Gew. 7,6 bis 7,8. Vor demSchmelzen erweicht das Eisen und Stücke desselben lassen sich indiesem Zustande durch Hämmern zusammenkneten, was schweis-sen genannt wird. Der Schmelzpunkt liegt bei ungefähr 20ü0° C.Mit der Grösse des Kohlenstoffgehaltes des Eisens geht der Schmelz-punkt herab. Gusseisen schmilzt bei 1800° C. Beim Glühen in freierLuft verbrennt es sehr lebhaft, seine Oberfläche bezieht sich hierbei mitgeschmolzenem Oxyduloxyd, welches durch Hammerschläge blättrigabspringt (Hammerschlag). Vom Magnet wird das Eisen bei allenTemperaturen unter der Rothglühhitze angezogen, und wird danndurch Induktion selbst magnetisch, verliert aber, wenn es rein ist,seine magnetische Polarität beim Abnehmen von dem Magnet augen-blicklich. Kohlenstoffhaltiges Eisen wird dagegen selbst zum Magnet.Von anderen Metallen werden nur Nickel und Kobalt vom Magnetafficirt. Durch Rothglühen wird die magnetische Eigenschaft zer-stört. Eisenoxydul, Eisenoxyduloxyd, Eisensulfuret werden gleich-falls vom Magnet angezogen. Feuchte, besonders kohlensäurehaltigeLuft, kohlensäurehaltiges Wasser und Salzlösungen veranlassen schnelleine Oxydation, Rosten des Eisens unter Entw/ckelung von Wasser-stoffgas. Eisenrost enthält immer Amnion. In den Auflösungen derAlkalien und alkalischen Erden bleibt das Eisen glänzend. In ge-wöhnlichem Wasser wird es vor der Zerstörung durch Rost geschützt,wenn es mit Zink in Kontakt sich befindet. In verdünnten Säurenlöst es sich unter Wasserstoffentwickelung und Bildung von Oxydul-salz leicht auf. Verdünnte Salpetersäure löst es ohne Gasentwickelung,aber unter Ausscheidung von Stickoxydgas, welches von der Ei-senlösung absorbirt wird, auf. Unter gewissen Umständen kanndas Eisen sogar ein passives Verhalten gegen Salpetersäure und ver-schiedene Salzlösungen zeigen z. B. wenn ein Eisendraht mit dem ei-nen Ende einige Male in konc. Salpetersäure getaucht und dann mit Was-ser abgewaschen ist. Wird Guss- oder Roheisen in verdünnter Schwe-felsäure oder Chlorwasserstoffsäure gelöst, so entwickelt sich einWasserstoff, welcher durch ein beigemischtes Oel (einen Kohlenwasser-stoff; widrig riecht und ein kohliger Rückstand, welcher aus Graphit,FeC 3 , und einer braunen humusartigen Substanz besteht, verbleibt.