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1 (1855)
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1070
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schreibt nur eine Wärme von 50 bis 60° C. (=40 bis 48° R.)vor. Diese Vorsicht ist gerechtfertigt durch die Neigungder Gallensäure, des Bilins und anderer Bestandteile derGalle, sich schon bei einer Temperatur von 60 bis 70° theil-weise zu zersetzen. In allen Fällen ist es nothwendig, dieGalle nur im Wasserbade und in einem Gefässe von Thon(nach Ph. Sax.) oder Porcellan, also schlechten Wärmelei-tern, abzudampfen. Eine Berührung der Galle mit Kupferist zu vermeiden, weil die Galle eine alkalische Flüssigkeitist, welche besonders leicht Kupfer löst. 9 Th. frische Gallegeben durchschnittlich 1 Th. eingedickte aus.

Eine bei gelinder Wärme abgedampfte Galle hat einebräunlich grüne Farbe, ist in dünnen Schichten durchschei-nend, besitzt den widerlichen Geruch und stark bitteren et-was süsslichen Geschmack der frischen Galle und giebt mitWasser eine klare grünliche Lösung. Durch Eindampfenbei einer Temperatur über dem Wasserkochpunkte erhält sieein dunkleres Ansehn und die Lösung in Wasser ist mehroder weniger trübe, der Geruch weit unangenehmer.

Die Galle wird in der Leber aus dem venösen Blute der Pfort-ader abgeschieden und durch den Ductus hepaticus während der Ver-dauung in den Zwölffingerdarm oder ausser dieser Zeit durch einenbesonderen Kanal in die Gallenblase geleitet, worin sie bis zur Ver-dauungszeit angesammelt bleibt.

Nach Berzelius's und Mulder's Ansichten und Versuchen igt derHauptbestandteil der Galle der Gallenstoff oder Bilin, ein süss-lich b/tterschmeckender, extraktähnlicher, in Wasser und Weino-eist,nicht, aber in Aether löslicher Körper, dessen Elementarbe-tandtheileKohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel sind. Erist sehr geneigt sich zu entmischen und zu verändern . welche Nei-gung durch die Gegenwart des Gallenschleims ungemein unterstütztwird, so dass Zersetzungsprodukte desselben z B. Ammon, Taurin,Fellinsäure, Cholinsäure etc., schon in der Gallenblase enthalten sind!Der Gallenschleim wird durch Weingeist ausgeschieden

Nach Strecker (aus der Liebig'scben Schule) besteht die Haupt-masse der Galle aus einer wässrigen Lösung einer Verbindung desNatrons mit Cholsäure, einer stickstoffhaltigen, aber schwe-felfreien Säure, und einer Natronverbindung mit Choleinsäureeiner Stickstoff- und schwefelhaltigen Säure.

Pcttenliofer hat ein treffliches Mitlei gefunden, in wässrigen Flüs-sigkeiten Gallenbestandtheile nachzuweisen. Wird nämlich Galle mitZucker und konc. Schwefelsäure vermischt, so entsteht eine starkpurpurrothe Färbung-