Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
Seite
925
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

925

Vorzug verdienen die Kupferspäne der Kupferstecher, wel-che gemeinlich zu ihren Arbeiten das reine Japanische Ku-pfer benutzen. Zum Auflösen der Kupferspäne nimmt mandie rohe Engl. Schwefelsäure. Die PA. Bor. schreibt reineSchwefelsäure vor. Es liegt kein Grund vor, dass letztereein besseres Präparat geben sollte. Die etwaigen Unreinig-keiten der Engl. Säure werden im Laufe der nöthigenOperationen, wie Filtriren, Krystallisiren, völlig entfernt.

Wird 1 Aeq. (31,8) Kupfer in der Wärme der Ein-wirkung von 2 Aeq. (=2X49=98) konc. Schwefelsäure aus-gesetzt, so oxydirt sich das Kupfer auf Kosten des einenAeq. Schwefelsäure (SO s ), wobei diese zu schwefliger Säure(SO 2 ) wird, zu Kupferoxyd (CuO), welches sich mit demanderen Aeq. Schwefelsäure zu schwefelsaurem Kupferoxyd(CuO,SO 3 ) verbindet. Die schweflige Säure entweicht gas-förmig. Die obigen Vorschriften geben eine mit dem erwähn-ten stöchiometrischen Verhältnisse fast übereinstimmendeMenge von Kupfer und Schwefelsäure an. Die Kupferspänewerden in den Kolben gethan und die mit ^ ihres Gewich-tes Wasser verdünnte Schwefelsäure auf einmal dazu gegos-sen, und der bis zu \ seines Raumes angefüllte Kolben inein Sandbad, welches gelind geheitzt wird, gestellt. Wegender den Lungen äusserst schädlichen Dämpfe der entwei-chenden schwefligen Säure stellt man das Sandbad unter ei-nen gutziehenden Schornstein oder ins Freie. Wegen des-selben Umstandes ist die Vorschrift der P/i. *S7. Hols., wel-che das Kupfer in kleinen Portionen in die heisse Schwe-felsäure eintragen lässt, nicht empfehlenswerth. Der Arbei-ter ist sonach genöthigt, sich fortwährend in der Nähe desApparats aufzuhalten. Zweckmässig ist es, die schwefligeSäure in Wasser aufzufangen. Den Kolben verbindet manzu diesem Zwecke mit einer Wotdf 'sehen Flasche und einerVorlage, wie dies die Figur Seite 302 angiebt.

Das Verdünnen der Schwefelsäure mit Wasser hat denZweck die Masse in dem Kolben flüssiger zu halten. Wennder Kolbeninhalt trocken wird und alle Reaktion, also dieEntwicklung von schwefliger Säure aufgehört hat, lässt manetwas erkalten und giesst hierauf eine solche Quantität war-