Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
Seite
166
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

166

chen der Speisen etc. sind Zwecke, welche mit einem Hoch-druckdamplapparate leicht verbunden werden können.

Die Sublimation (sublimatio) ist eine Destillation, beiwelcher das Destillat nicht flüssig, sondern fest ist. Daslockere und verhältnissmässig specifisch leichte Sublimatwurde früher mit dem Namen Blumen, flores, bezeichnet.Die Sublimation wird in verschieden gestalteten Apparatenund Gefässen vorgenommen, je nachdem es die physischenEigenschaften des Sublimats erfordern. Die Sublimation desCalomels und der Benzoesäure kommen jest im pharmaceu-tischen Laboratorium noch am häutigsten vor.

Präcipitation, Fällung, Niederschlagung (prä-cipitatio) ist eine Operation, bei welcher eine in Auflösungbefindliche Substanz aus ihrem flüssigen Lösungsmittel infester Form ausgeschieden wird. Durch Dekantation oderFiltriren wird sie abgesondert und durch Aussüssen von denihr anhängenden aus der Fällung herrührenden Flüssigkei-ten befreit. Die Substanz, welche der Auflösung zugesetztdie Fällung bewirkte, ist das F'allungsmittel; das Nie-dergefallene das Präcipitat oder der Niederschlag. Umdie Niederschläge in recht fein zertheilter Form zu gewin-nen , beobachtet man in den meisten Fällen die Regel, so-wohl die Auflösung der niederzuschlagenden Substanz alsauch die Auflösung des Fällungsmittels in stark verdünnterForm anzuwenden und nur in den Fällen, wo das Fällungs-mittel in fester Form präcipitirend wirken soll, zieht maneine koncentrirte Lösung vor. Beispiele hierzu bieten dasweisse Quecksilberpräcipitat, der präcipitirte Schwefel, dieFällung des Kupfers aus seinen Auflösungen durch Eisen.Das Trocknen der Niederschläge wird durch gelindes Pres-sen zwischen Fliesspapier bewerkstelligt, oder man breitetsie auf Blätter solchen Papiers und legt diese auf trocknemassig gebrannte (poröse) Dachziegel oder Thonplatten, wel-che begierig die Feuchtigkeit aufsaugen.

Die Flüssigmachung starrer Körper vermittelst der Wärmeheisst Schmelzen (fusio). Wenn die hierzu nöthige Wär-memenge nicht den Kochpunkt des Wassers übersteigt, wiez. B. beim Schmelzen des Wachses, Fettes, Wallraths, so