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sagt man wohl statt schmelzen: zergehen, zergehen las-sen. Die Schmelzung der Metalle und vieler salzartigenVerbindungen erfordert eine bedeutend höhere Temperatur,zu deren Erlangung man die Benutzung besonders dazu ein-gerichteter Oefen oft nicht umgehen kann. Sie geschieht jenach der Natur der zu schmelzenden Substanzen in metal-lenen irdenen porcellanenen oder Schmelztiegeln aus Gra-phit, wie sie im gewöhnlichen Handel bezogen werden. Wirddie Befreiung des Metalls von seinen Unreinigkeiten be-zweckt, so heisst das am Boden des Tiegels zusammenge-schmolzene Metall der König (regulus), zum Unterschiedevon den nach Oben abgesonderten Unreinigkeiten, den Schlak-ken. Schmelzungen dieser Art sind seltene Operationen desPharmaceuten, dagegen bat er öfters Glühoperationenvorzunehmen, zu welchen gleichfalls eine hohe Temperaturnothwendig ist, wobei aber die glühende Substanz in den wenig-sten Fällen eine Schmelzung erleiden darf. Das Glühen ge-schieht gemeinlich in unglasirtem Töpfergeschirr oder in densogenannten hessischen Schmelztiegeln. Diese werden in einenWindofen, von dem wir in Fig. S. 162. eine Abbildung ha-ben, eingesetzt und mit Kohlen umgeben. Der Tiegel wirdauf ein auf den Rost gelegtes Stück Ziegel gestellt, damitihn auch am Boden die Hitze der in Gluth versetzten Koh-len trifft. Das Glühen in grossen Tiegeln geschieht in Oefen,deren Construktion beistehende Figurzeigt. Die dazunöthige Temperatur wird inden pharmaceutischen Laboratorien nichtgemessen, sondern gemeinlich als Koth-,Kirschroth - und Weissglühhitze unter-schieden, welche letztere als die stärkstemeist die Anwendung eines Gebläses,Blasebalges, erfordert. Als die schwäch-ste Glühhitze gilt dieEothglühhitze. Diese Iist leicht im Windofen zu erreichen. Invielen Fällen kann man die Hitze derTöpferöfen mit Vortheil benutzen.
Die Krystallisation oder das Anschiessen inKrystallen ist eine Eigenschaft verschiedener Körper, be-