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1 (1855)
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139
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stoff, Kohlensäure, Amnion, Wasser der atmosphärischenLuft wirken auf sehr viele anorganische Stoffe zersetzendein oder werden von diesen aufgenommen, die medicinischeWirksamkeit derselben entweder abändernd oder schwächend.

Dies sind anerkannte Erfahrungen, welche längst eineweit grössere Aufmerksamkeit für die Aufbewahrung undKonservirung besonders der organischen Arzneikörper ge-fordert haben würden, wenn eben die Folgen der Verwe-sung im Allgemeinen mehr in die Augen fielen. Oft hatder Arzneikörper seine äussere Form und Eigenschaft, wiedie Vorschrift diese verlangt, bewahrt, und dennoch könnenseine medicinisch-wirksamen Bestandtheile mehr oder weni-ger Einbusse erlitten haben. Dies beobachtet der aufmerk-same Pharmaceut häufig, sobald er daraus gewisse Arznei-stoffe absondert und bereitet.

Die Arzneikörper mit der ihnen beiwohnenden Wirk-samkeit aufzubewahren erfordert, wie leicht erklärlich, dieVorsicht, von ihnen alle die Ursachen und Einflüsse fern zuhalten, welche ihre Zersetzung und Verderbniss hervorrufenoder unterstützen.

Vor allen Dingen ist es die atmosphärische Luft, welcheso viel als möglich von trocknen Stoffen abgeschlossen wer-den muss. Deshalb bewahre man die Arzneikörper in gutverschlossenen Gelassen. In der Wahl dieser letzteren istalle Vorsicht nöthig. Gläserne, porzellanene Gefässe sindsicher die besten, aber auch Gefässe von Weissblech genü-gen in sehr vielen Fällen. Verwerflich sind die Gefässe ausgebranntem Thon oder Steingut mit oder ohne Glasur, weildie Beschaffenheit dieses Materials den Durchgang der Luftnicht vollständig verhindert. Diese Behauptung wird viel-leicht manchem Pharmaceuten unbegründet erscheinen. Sollteer aber Jod, kohlensaures Ammon, Kampher etc. in solchenGefässen aufbewahren, so wird ihn der Geruch bald beleh-ren, selbst flüssige koncentrirte Säuren dringen durch, wenn-gleich unmerklich. Die Bleichung des an der Aussenseiteangeklebten Lackmuspapiers ist der beste Beweis. Hölzerneinnen mit Oelfarbe und Lakfirniss bekleidete Gefässe sindfiir viele Stoffe passend.