- 125
(C »H^O 12 -f 2HO), findet sich in den süssen und säuerlichenFrüchten vieler Pflanzen, in "Weintrauben, zum Theil imHonig, (als Krankheitsprodukt im Harn bei Diabetes mellitus),ist auch ein normaler Bestandtheil des Blutes und andererTheile des thierischen Körpers. Künstlich wird er aus Cel-lulose, Stärkemehl, Stärkegummi, Rohrzucker durch Ein-wirkung verdünnter Säuren oder des Diastas dargestellt. Erkrystallisirt in krystallinischkörnigen oder warzenförmigenMassen und ist nicht so süss wie Rohrzucker. Seine Süs-sigkeit verhält sich zu der des Rohrzuckers wie 1 : 2\. Derkrystallisirte Krümelzucker löst sich erst in 1^ Th. Wasser.Bis 100° erwärmt schmilzt er und verliert seine 2 Aeq.Krystallwasser, bei 140° verwandelt er sich in Caramel.Mit koncentr. Schwefelsäure verbindet er sich in der Kälteohne Schwärzung zu einer farblosen Säure, der Zuck er-schwefelsaure, welche mit Baryt ein lösliches Salz giebt.Mit Chlornatrium geht er eine leicht krystallisirbare Verbin-dung ein. Durch Kali und Natron im Ueberschuss wird ergebräunt und zersetzt, einen gummiartigen Körper bildend.In Berührung mit alkalischen Erden und Wasser verwan-delt er sich in Glucinsäure.
Es werden noch einige andere Zuckerarten unterschie-den, wie der Fruchtzucker, Dextrinzucker, Pilzzuk-ker, Mannazucker etc. Ersterer, auch Glykose genannt,findet sich besonders in den süssen Früchten und demflüssigbleibenden Theile des Honigs. Er geht leicht in Krü-melzucker über und ist in Alkohol löslicher als andere Zuk-kerarten. (Seine Formel ist C 12 H ,2 0 12 ). Viele halten dieseZuckerart für identisch mit Krümelzucker.
Den Milchzucker (C 12 H ,0 O 10 +2HO) , welcher in 5bis 6 Th. kaltem Wasser löslich ist, durch verdünnte Säu-ren in Krümelzucker übergeführt und von verdünnter Salpe-tersäure in Schleimsäure verwandelt wird, hat man bis jetztim Pflanzenreiche nicht gefunden.
Dem Gummi und Zucker schliessen sich dieExtraktivstoffean, welche in der Pflanzenwelt allgemein verbreitet zu seinscheinen. Die Indifferenz derselben gegen chemische Agen-