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1 (1860)
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Es sei eine günlich gelbe Flüssigkeit von ersticken-dem Gerüche, eckelerregendem, schrumpfenden Ge-schmacke, und zerstöre vegetabilische Farbstoffe.

Bei der vorgeschriebenen Einwirkung der Salzsäure auf Braun-stein bildet sich Manganchlorid und Wasser, das Manganchlorid zer-fällt aber beim Erwärmen in Manganchlorür und freies Chlor. 2 C1H -\-MO n2 = M n Cl -f 2HO -f Cl.

Ein Theil chemisch reiner Braunstein würde 5 Theile Salzsäurezur Chlorbereitung benöthigen. Die Verunreinigungen des käuflichenRohmaterials lassen, um vor dem unveränderten Abdunsten freierSalzsäure sicher zu sein, höchstens 3 Gewichtstheile Salzsäure zu;zweckmässig ist es, den Braunstein in bohnengrosse Stücke zu zer-schlagen und mit ihnen das Gasentbindungsgefäss fast völlig zu fül-len , dieselben mit heisser Salzsäure vorläufig abzuwaschen , um dieCarbonate des käuflichen Braunsteins vorerst zu zerlegen und in denso beschickten Apparat die nöthige Salzsäure portionenweise durcheinen Welter'schen Trichter einzugiessen und den Apparat von Zeitzu Zeit seines flüssigen Inhaltes zu entleeren, wodurch man nochden Vortheil erreicht, bei den nachfolgenden Operationen weit reine-res Manganchlorür als Nebenprodukt und Ausgangspunkt für die Dar-stellung mancher nunmehr begehrten Manganverbindungeh zu gewin-nen. Das in der Waschflasche durch das Durchstreichen von Wasser-oder Kochsalzlösung gewaschene Chlorgas, lässt man in eine Reihehalb mit destillirtem Wasser gefüllter Absorptionsflaschen eintreten,deren Temperatur nicht 12 Grade übersteigen darf. Sobald sich derLuftraum der Flaschen deutlich grünlich zeigt, ist es zur Abkürzungdes Sättigungsprocesses räthlich, die Chloreinleitung für einen Augen-blick zu unterbrechen und die Flasche derb zu schütteln. Die ganzeOperation muss im dunkeln oder doch nur im zerstreuten, reflectirtenTageslicht vorgenommen werden , denn das einmal insolirte Chlor, dasman tithonisirt nennt, setzt dann auch im Dunklen seine Wasserzerle-gung fort und bildet unter Entwicklung von ozonisirtem SauerstoffSalzsäure. 100 Raumtheile Wasser von 10° C. als der günstigsten Tem-peratur für die Absorption, nehmen 275 Raumtheile Chlorgas auf, wascirca 3 Granen Chlor, für die Unze Chlorwasser entspricht. Beim Ein-leiten von Chlor ins eiskalte Wasser, bilden sich gelbliche Krystallevon Chlorhydrat. Starkes Chlorwasser besitzt eine blassgelblichgriineFärbung, einen höchst erstickenden Geruch und widerlich schrumpfendenGeschmack, es bleicht Veilchensyrup und Lakmus leicht und raschohne sie zu röthen, wird beim Schütteln mit Quecksilber völlig ge-ruchlos und von neutraler Reaktion , entfärbt kräftig die Indigolösungund gibt mit einer Lösung von Chinin in verdünnter Schwefelsäuregemischt, auf Zusatz von Ammoniak, eine prachtvoll grüne Färbungvon Thalleiochin zu erkennen; bleibt nach dem Schütteln mit Quecksilbereine sauer reagirende Flüssigkeit, so war Salzsäure zugegen; mitAmmoniak versetzt, hierauf mit Salpetersäure angesäuert lässt sich