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II
XXVIII.
Amygdalae amarae. Bittere Mandeln,
Die eiförmigen plattgedrückten Samen von Amygdalus communis(Linn.), eines i n Syrien un d Nordafrikawild wachsenden, in unseren Gegenden in Weinbergenund Gärten gezogenen Baumes, welcher in dieOrdnungder Amygdaleen gehört.
Siebestehen aus einer gelblichbraunen, derLängenach runzlich gestreiften, bestäubten rauhen Hülle,und aus einem fleischigen Embryo, der sich in zweiplanconvexe Samenlappen spaltet und ein sehr kleinesgerades Würzelchen besitzt.
Sie haben einen bittern Geschmack, sind fast ge-ruchlos, verbreiten jedoch zwischen denFingern mit etwasWasser gerieben einen angenehmen, eigenthümli ch ätheri-schen Geruch.
Die Bittermandel enthält einen krystallisirbaren Bitterstoff, Amyg-dalin und ausserdem alle Bestandtheile der süssen Mandel nämlichbeiläufig 25% Emulsin und Legumin, zwei Eiweiskörper, 5% Pflanzen-fasern 3—4% Wasser, 10% Kohlenhydrate, 5% Schaalen- undcirca 50% fettes Oel.
Nach andern Angaben soll sich in der Bittermandel nur dieHälfte des süssen Oeles der Mandel also 25% vorfinden. Diesem Um-stände muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen, da ich ausverschiedenen Proben süsser und bitterer Mandel wiederholt stets40—50% Oel durch Extraction erhielt. Der Amygdalin-Gehalt lässtsich nicht genau bestimmen, scheint aber nicht viel über 5% zu be-tragen , von welchem circa 3% gewonnen werden können. Die Ascheder Mandel reich an Kali, und phosphorsaurer Talkerde beträgt circa5%; bemerkenswerth ist, dass ausser einer unbedeutenden Griffel-Uiberlänge gegen die Staubgefässe beim Süssmandelbaume durchauskeine botanische Diagnose dieser Varietäten gelingen will. Bitterman-delsamen liefert nach längerer Cultur Süssmandelbaume, und umge-kehrt können Süssmandelsamen Mischlinge von Bitter- und Süssman-delbäumen erzeugen.
Das Emulsin an Masse dem Legumin weit nachstehend und etwa12—20% betragend ist bisher nur in seiner molekularen Verbindung
Kletzinsky's Commentar (z. neuen österr. Pharmakopoe). 16