Druckschrift 
1 (1860)
Entstehung
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Anmerkung.

Es ist vielleicht hier am Platze, über eine soit-disant neue Entdeckungaus München an diesem Orte eine kurze Erwähnung einzuflechten. Wirmeinen nicht Prof. Pettenkofers Ansichten über die Cholera, die erin seinem neusten Werke niedergelegt hat, das in Hinsicht auf statistischenFleiss ein Meisterstück zu nennen ist, sondern das Jodosmon des HerrnDr. Hörn, das er als eine Art monopolisirteu literarischen Bandwurmsheft — respektive glied — weise abwickelt. So wahr es ist, dass dieTheorie sehr viel Lockendes in der Annahme eines dem elektronega-tiven Ozone antinomischen electr oposit iv en Agens wittert, (esist diess die Erbsünde aller Naturphilosophie, die leidige Sucht nach Dua-lismus), so wahr ist es auch, dass der Eingang der JodosmonologieHorns leidlich koncinn und glaubwürdig geschrieben ist; aber nur zubald thürrnt sich ein Himalaia wissenschaftlicher Irrthümer, und nur zubald gewinnt das Ganze einen nordostsüdwestpolaren odischmagnetischensensitivsomnambulen hysterisch-hypochondrischen Anstrich ; die Cyantheoriesetzt an Ungeheuerlichkeit allem die Krone auf, und wird nur von dernaiven Arroganz eines „neuen stickstoffreichen Körpers" (JH wahrscheinlich)erschlossen aus der Reaktion gegen Kupfersalze (!), und die grundfalscheNachweioungsmethode des Cyans (Betupfen mit Eisenchlorid!) übertroffen.Bedenkt man nun noch, dass der sonderbar gewählte Name dieses elek-tropositiven Stickstoffs, Jodosmon, eben so gut „blauer Dunst"(icodr/g und oguog) als „Gifthauch" bedeute, so weiss man wirklichnicht mehr, ob man es mit einem harmlosen Cholera-Odiker oder einemsarkastischen Mystificirer zu thun habe.