Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
808
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

808

wenn nämlich die Einwirkung der Salpetersäure auf den Alkoholzu heftig war, und aus beiden die obgedachten anderweitigen Pro-dukte nebst Scickstoffoxyd sich bildete», welch letzteres dann gleich-falls von der Flüssigkeit condensirt wird, und das spätere Sauer-werden der Flüssigkeit zur Folge hat. Wegen dieser durchdie Gegenwart der Schwefelsäure bedingten abweichenden Reak-tion ergibt sich auch hier daö ältere von den meisten Pharmaco-pöen, wie l?l>»rlu. I)gv»r., uoiu««., «axon., llnml,., KZnnov.,eto., noch beibehaltene auch in der knarm. »u«t. von 1780 und1794 augeführte Verfahren entsprechender, besonders als dieDestillation leicht vor sich geht und kein schwerlöslicher Rückstandin der Retorte bleibt, nach welcher 1 Theil reine (o. i. salzsaure-freie) Salpetersäure von 1,200 spec. Gewicht in 7Theilen höchst-rektisicirten Weingeist vorsichtig eingetragen, dann nach 24stün-digem Stehenlassen der Mischung solche aus einer Retorte mitangelegtem Ballon und I 2 Woulfe'schen Flaschen beigelinder 80" nicht bedeutend übersteigender Hitze jo lange beisorgsamer Abkühlung der Vorlagen destillirt wird, bis 5 TheileFluidum übergegangen sind, das vorzugsweise aus salpetrig-saurem Aechnloryd (Salpeteräther) in Weingeist aufgelöst nebstAldehyd besteht, die sich hauptsächlich bei der gegenseitigen Ein^Wirkung der angewandten Säure auf den Alkohol des Weingeistesbilden, während im Rückstande nebst überschüssiger Salpetersäureauch eine geringe Menge Oralsäure bleibt. Durch die nachfol-gende Behandlung des Destillates mit Bittererde oder noch bessermit weinsaurem Kali wird demnach beabsichtiget, selbem die freieSaure zu entziehen, wozu letzteres anzuwenden sich darum ent-sprechender erweiset, weil das überschüssig angewendete Salzkeine Reaktion auf die Aetherverbindung ausübt, was aber derFall, wenn man stark basische Stoffe, wie Kali, Kalk :e< an-wendet; aus gleicher Ursache soll selbes nicht über Bittererde :c.rektifieirt werden, da unter Mitwirkung der höhern Temperaturum so leichter eine theilweise Zersetzung erfolgt.

Der Salpeteräthergeist bildet eine ungefärbte klare Flüssig-keit, die einen eigenthümlich ätherisch durchdringenden, den Bors»dorfer Aepfeln ähnlichen Geruch und einen starken süß-gewürz-haften, schwach beißenden Geschmack, dann ein spee. Gewichtvon 0,84« 0,850 besitzt; durch Einfluß der Luft wird er in