Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
654
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

654

tion unterbrochen, der Apparat auseinander genommen/ danndie in der Retorte befindliche »och flüssige Salzmassein ein er-wärmtes Steingutgefäß alisgegosseu, die im Ballon befindliche,meist 30 Unzen betragende Flüssigfeit aber besonders unter ob-angegebener Bezeichnung, eben so in den Flaschen, worin nurschwache Säure befindlich, zum anderweitigen Gebrauche aufbe-wahrt.

Aetiologie. Wie aus dem Früher» (2. 492) bekannt,besteht der Salpeter aus der eigenthümlichen Säure und Kali,welcher durch oas Vitriolöl, d. i. Schwefelsäurehydrat mit Hilfeder Wärme so zersetzt wird, daß die Schwefelsaure sich des Kalisbemächtiget, dadurch die Salpetersäure frei macht, welche da-gegen das vorhandene Wasser aufnimmt, und als Salpeter»saurehndrat entweicht, Stöchiometrisch brauchen 100Theile Salpeter nur 48 Theile Vitriolöl zur Zersetzung; wendetman dieses Verhält», wie es früherhin (nahe, nämlich 2 Theiledes letzteren gegen 4 Theile des Salzes) vorgeschrieben war, sofinden gleichfalls, wie unter denselben Umständen bei der Salz-säure (S. 648) angegeben, zwei Stadien der Operation Statt,nämlich die Hälfte des Salpeters wird bei mäßiger Hitze zerseht,wo nach Uebcrdestillirung des, von diesem Antheile auf obbesagteWeise gebildeten Salpetersäurehydrates zweifach schwefelsauresKali und die andere Hälfte unzersetzter Salpeter im Rückstandesich befindet, der erst bei weiter gesteigerter Hitze durch jeneszersetzt wild, wobei aber, theils wegen der hohen Temperatur,theils weil das Wasser schon früher größtentheils übergegangen,die Salpetersäure im Verhältniß der weiter fortgesetzten Opera-tion entmischt, nämlich in salpetrige Säure (oder nach der neuernAnsicht in Untersalpetersäure, auch sa l p e t e r sa uresalpetrige Säure nach Fritsche, salpetrige Sal-petersäure nach Berzeliuö, und Sti ckst offsuperorydnach Graham genannt) und Sauerstoff umgewandelt wird,welch letzterer gasförmig entweicht, jene aber sammt dem nochgebildeten Salpetersäurehydrat in Form eines immer mehr dunkel»roch werdenden Dampfes übergeht, womit sowohl die Retorte,der Ballon und zuletzt auch die erste Flasche angefüllt ist; wendetman dagegen, wie jetzt vorgeschrieben, das doppelte stochiome-trische Verhältniß Vitriolöl, demnach auf 100 Theile Salpeter