— 606 —
Nachdem der gereinigte Holzessig sich durch einen geringer«Gehalt an Essigsaure (und essigsaurem Ammoniak) und vorzugs-weise kreosothältigem Brandöle, dagegen durch einen größernGehalt an den benannten.flüchtigen Bestandtheilen, wenn fürderen vollständige Condcnsation durch sorgfaltiges Abkühlender Vorlage und nicht übereilte Destillation Sorge getragen,unterscheidet; so ist es begreiflich, daß dessen medicinische Wir»kung abweichend senn muß, und daß, wenn nicht ausdrücklichreklificnter Holzessig verordnet wird, nur das officinelle (nicht ge-reinigte) Präparat zu verabfolgen ist, das, um von dessen ent-sprechender Beschaffenheit versichert zu senn, selbst dargestelltund nicht ohne alle Rücksicht gekauft werden soll, da der käuflicheHolzessig häufig bedeutend wasserhaltig, unrein, durch Einflußder Luft wesentlich verändert oder sonst mangelhaft, ja selbstganz aus Essig und brenzlichem Thieröle nachgeahmt senn kann.
I Loth desselben soll wenigstens 30 Gran kohlensaures Kalizu neutralisiren vermögen; ist erstark essigsäurehaltig,so neutra»lisirt er bis 50 Gran des letzteren.
Wegen der heftigen Wirkung des Holzessigs auf den Or-ganismus (man sehe Berres, die Holzsäure und ihren Werth,Wien 1823) wird sie nur in verdünntem Znstande in geringenGaben —nach vielen Autoren nur im gereinigten Zustande — in-nerlich, dagegen häufiger gegen faulige und krebsartige Ge-schwüre in Form von Umschlägen, Charpie darin eingetaucht,als Pinselsaft, so wie gegen cariöse Zähne als Zusatz zu Mund-wässern, beim Brand, Kopfgrind u. dgl. gebraucht, welche anti-septischen Wirkungen größtenthcils dem Kreosotgehalte zuzuschrei-ben sind. Man sehe Niecke, die neuern Arzneimittel, S. 18.
^ci6um Keniioe«, ?!ore« Iiensoö». 3ZI ezzentiale Ken»so«», Benzoesäure, Ben zoeblumen, wesentlichesB e n z o e s s a l z.
Diese in mehreren vegetabilischen Produkten, als des Peru-und Tolubalsams, der Benzoe, Storar, Drachenblut u. dgl.schon gebildet vorkommende und durch Einwirkung der Luft aufBittermandel- und andere blausäurehältige Oele hervorgehendeSäure wird nach Angabe der österreichischen Pharmacopöe vomJahre 1794 nachstehender Weise bereitet.