— 605
tiver Stoff: Brandertralt, von braungelber Farbe und sehrunangenehmen Geschmack, endlich wenn das Holz Stickstoff eitt»hielt, auch essigsai'res, zuweilen auch blausaurcs Ammoniak(wel-ches jedoch im alten Holzessig nicht mehr angetroffen wird), danndie dem Thieröle eigenchümlicheu Substanzen. 1 Pfund trockenesHolz liefert bei 14 Loth Holzessig und etwa 2 — 2'/, Loch brenz-lichen Oeles.
Der Holzessig bildet eine dunkelbraune Flüssigkeit, dieeinen brenzlich-sauren Geruch und gleichen unangenehmen Ge-schmack, dann ein spec. Gewicht von 1 030 bis 1,050 besitzt, sichmit Wasser und Weingeist mischen läßt, unter Einfluß der Luft(daher auch in halbvollen Gefäßen) sich trübt, dunkler wird, ander Oberstäche etwas Brandöl absondert, wie sich auch ein brau-nes Häutchen an die Wände der Gefäße absetzt; einer Destilla-tion unterworfen, gehen zuerst die beiden fluchtigen Stoffe,dann wässerige Essigsäure in Verbindung mit einem Antheil deöVrandöles aber nur sehr wenig vom Brandharze über, dahersolches an Essigsäure gebunden nebst Brandextrakt :c. je nachdem Punkte, bis zu welchem die Destillation fortgesetzt worden,im Rückstande bleibt. — Unterbricht man demnach die Destilla-tion, wenn die Hälfte des Fluidums übergegangen ist, so son-dert sich aus dem Rückstande eine ziemliche Menge Oel ab.
Das erhaltene Destillat heißt nun rektificirter Holz-essig (^,«illiiln ^ro-Iignicuin rectillcatum), und wird nachAngabe mehrerer Pharmakopoen erhalten, wenn man den imHandel vorkommenden rohen Holzessig (^ci«lum pyro lignieun,oruäum) aus einer Glasretorte mit angelegter Vorlage bei ge-lindem Feuer einer Destillation unterwirft, bis ^4 desselben über-gegangen sind; selber bildet eine bräunlich gelbe, klare Flüssig-keit, die den eigenthümlichcn Geruch des obbeschriebeneu Prä-parates im mindern Grade, wie auch ein geringeres fpecifischeSGewicht, nämlich von 0,997 bis 1,010 besitzt, mit der Zeit ander Luft auch dunkler wird, und ein Häutchen absetzt, aber sichvollständiger überdestilliren läßt, jedoch durch Destillation alleinkeine reine wasserhaltige Essigsäure liefert, die nur erhalten wird,wenn man gleichzeitig solche Substanzen anwendet, welche dieübrigen Bestandtheile theils aufnehmen, theils zurückhalten oderwesentlich verandern, wie in der pharmaceutischen Chemie S.1041 u. s. f. umständlich augegeben.