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2 (1785)
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668 Ausübung der Apothckerkunst. Anhang.

in solcher Hitze stehen, bis alles Quecksilber aufgelöst ist. Manverstärkt das Feuer etwas, und thut etwas mehr Quecksilberhinein; und so laßt m,üi es, ourch immer weniges Hiachlra'gen, so viel auslösen als es will. Wenn es nichts mehr au,lo>sen will, so nimt man es aus der Phiole heraus, thut es meinoffenes gläsernes Gefan, oder weite weiße steinerne Schale.(Ich schneide qcmeimgllch einen weiten gläsernen Kolben mitttndurch,) Scht es in eme mäßige Sandhitze, uno laß: es ab»dänwfen, bls es sich oben mit einem Häutthen überzieht.Alsdann nimc man es vom Jener, und läßt es an einem kal-ten Orte stehen, daß es gerinne und anschieße.

Man muß sich wohi in Acht nehmen, daß beim Abdäm«pfen die Hitze weder zu start sey, noch zu lang anhalte; eswürde 5>6, sonst eindicken und das ätzende Ocl (das nachdein Gerinnen abgegossen werden muß) mit dem feinen rcmenSalze ver nischen, und die Arznei gan< verderben.

Es wird eine schwere Fertigkeit, oder Oel, das nichtgerinnen w,ll, zurück bleiben; dieses gießt man ab, und läßt«s so lan« abstießen, bis fem Tropfen mehr herabtröpfclnwill. Das zurück gebliebene Salz thut man in einen gläser-nen Kolben, und ,u iedem Pfunde (an scchszehm Unze») dreiPfunde des feinsten ^osenw'sscrs; man verstopft die Oeffnungdes Kolbens, und bindet ein Stück braunes Doppelpapierdrüber. Sekt es nochmals in die Sandhitze; macht ein mit»telmäßi', starkes Feuer, bis alles Salz aufgelöset lst, welchesgemeiniglich in vier und zwanzig Stunden geschiehet.

Diese Arznei, die auf solche Art überaus gelinde und mil-de gemacht worden , kann unmöglich für gefährlich gehaltenwerden; indem in der Gabe von zween Tropfen, die gemeini-glich binnen vier und zwanzig Stunden genommen werden,die Menge nicht einen halben Gran beträgt.

Die auf solche Art verfertigten weißen Tropfen sind eineQuecksilbcrauflösung in der mit Wasser verdünnten Salpeter-säure. I» fallen, wo Merkurialmittel nöthig sind, kann dieseZubereitung schicklich seyn; die es aber für Seefahrende alsein antiftorbutisches Mittel anpreisen, sollten sich belehren las-sen, daß im Ecorbut und allen fauligten Krankheiten, die Dar-reichung des Quecksilbers, und aller Zubereitungen davon, mitznvecläßiger Hinrichtung und Vcrderbung des Patienten ver-bunden ist.

Von den weißen Tropfen werden zween Tropfen zu neh-men verordnet, in einem kleinen Glase mit Wasser, frühmor-gens nücktern, oder abends bei Schlafengehen, zween bisdreiTage lang bintereinander. Alsdann setzt man zween oder dreiTage mit dem Einnehmen aus; fähret alsdann wieder damitfort, wie zuvor, bis die ganze Bouieille verbraucht ist. Sie